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Ägypten

Ägypten mit der Haupstadt Kairo
Ägypten mit der Haupstadt Kairo

Nach Beendigung meines Arbeitsvertrages in der Schlosserei mit Wartung der Dieselmotoren und Stromaggregaten auf der Baustelle von Hochtief am Ufer des Tigris südlich von Baghdad, wo in den Jahren bis 1959 ein Kraftwerk entstand, und dem Verkauf meiner BMW an einen befreundeten Iraker, reiste ich Ende September 1958 auf der Wüstenstrecke westwärts durch Syrien zur Hafenstadt Lattakia. Dort begegnete ich dem Reisenden Hugo Keip, der mit seinem Fahrrad auf Tour war, und gemeinsam fanden wir Platz auf dem Fährschiff nach Alexandrien. Damit erlebte ich zum ersten Mal die "Ägyptische Kultur" mit den faszinierenden Stätten entlang dem ewigen Strom vom Delta bis nach Assuan und über die Grenze hinaus in den Sudan.

 

 

Zu dieser Zeit waren Syrien und Ägypten politisch als "Vereinigte Arabische Republik" verbunden. Durch meine erworbenen Kenntnisse im Land des Nils und die späteren Lichtbildervorträge in zahlreichen Städten Deutschlands kam es im Jahre 1966 zur Anstellung als Reiseleiter bei "Rotel-Tours", und wir führten die ersten Reisegruppen über Marokko - Algerien - Tunesien und Libyen nach Ägypten. Das waren in den Anfängen des Tourismus recht abenteuerliche Touren, für die ich das Reiseprogramm geschrieben hatte. Der Chauffeur des Rotelgespanns war Alfons Meilhamer, mit dem das freund- schaftliche Verhältnis noch im Jahr 2017 besteht.

Bei der ersten Jugendherberge in Alexandrien erwarb ich den Ausweis und traf in den Herbergen zwischen Port Said und Assuan immer wieder Reisegefährten.  Zu einigen der Globetrotter besteht bis heute im Jahr 2017 Kontakt! Eine spätere Jahresmarke in dem Ausweis stammt von 1963. Es folgten erlebnisreiche Tage und Wochen im Niltal bis zur Weiterreise nach Khartum. Mit meiner normalen "Voigtländer Vito B" machte ich die ersten Photos, von denen die meisten gescannten Dias inzwischen über 60 Jahre alt sind.

 

 

Auf der Schiffsreise von Shallal nach Wadi Halfa standen die Abu Simbel Tempel noch an der ursprünglichen Stelle des Nilufers.

Die Ein- und Ausreisestempel verschiedener Reisen von 1958 - 1979 mit den Abu Simbel-Spendenmarken.

Auf der Reise von Marokko über Algerien und Tunesien nach Libyen, war dieses Land im Jahre 1966 noch ein Königreich. Die Grenze nach Ägypten liegt bei El Saloum zwischen Tobruk und Alamein. Bevor wir die Hafenstadt Alexandrien erreichten, besuchten wir die Oase Siwa mit den Resten eines ägyptischen Tempels, in welchem Alexander der Große auf seinem Siegeszug nach Osten gewesen ist.


Gebührenmarke vom Königreich Libyen.

Im Archäologischen Museum von Kairo begann die Reise durch das "Ewige Stromland" mit den Schätzen der pharaonischen Reiche von der alten bis in die neue Zeit, sowie von der griechischen, römischen und koptischen Periode. Als eine der Wiegen unserer eigenen abendländischen Kultur ist das alte Ägypten bedeutend, denn selbst die klassische Kultur der Griechen und Römer ist ohne die "Alte Welt" nicht denkbar. So erlebte ich hier die Wurzeln unserer Vorgeschichte, die Verschmelzung der Antike mit dem frühen Christentum und den noch älteren Kulturen des Ostens. Mein Besuch der antiken Stätten in Mesopotamien mit Syrien ergänzten meine Kenntnisse über die kunstgeschichtliche Bedeutung Ägyptens. Im Nahen Osten wie hier am Nil erfuhr ich den Beginn der Menschheitsgeschichte hautnah, nicht nur im Museum, sondern auch auf den Feldern mit den genialen Wasserschöpfmethoden. Auf dem Weg bis Abu Simbel sah ich die Zeugnisse einer viertausend jährigen Geschichte. Mit der Reliefkunst und der Wandmalerei entstand am Nil schon sehr früh die Freiplastik, der man überall im Land begegnet.

Die Erinnerungen an Kairo und Giseh sind vielfältig. Tagelang fuhr ich mit den Reisegefährten kreuz und quer durch die damals etwa 4 Millionen zählende größte Stadt Afrikas. Wenn wir nicht in der Jugendherberge schliefen, verbrachten wir im Schlafsack die Nacht im Park auf der Nil-Insel nahe dem runden Turm. Das wäre heutzutage in der mit weit über 20 Millionen geschätzten Großstadt undenkbar. Bei den Besuchen standen das Koptische Viertel mit dem Museum der frühchristlichen Kunst, die großartigen frühislamischen Bauwerke aus verschiedenen Epochen bis zur Türkenherrschaft, sowie das Leben in den Bazaren, in den armen und besseren Wohngegenden auf dem Plan.

Was ich dann in Giseh bestaunen durfte, waren die im 3. Jahrtausend von den Ägyptern erstmals auf der Welt gemeisterten riesigen Quaderbauten. Diese Pyramiden sind aus  stabilem Material erbaut und wurden von den ägyptischen Baumeistern durch eine neue Technik unvergänglich gemacht. Die früheren Lehm- und Rohrhütten, auch die Ziegelbauten aus getrocknetem Lehm, von denen ich noch einige Ruinen im Zweistromland gesehen habe, waren überholt. In Ägypten erfanden die Baumeister im Dienst von Königtum und Gottheit die Elemente der Steinbaukunst und schufen diese gewaltigen Bauten, die ersten Grabpyramiden bei Sakkâra westlich von Kairo. Die Pyramiden sind in ihrer abstrakt-geometrischen Grundform das großartigste Zeugnis der monumentalen Baukunst aller Zeiten.

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Die zweite Reise fand 1963 vom Königreich Libyen kommend durch Ägypten mit der Halbinsel Sinai, anschließend mit dem Schiff von Suez durch das Rote Meer nach Aqaba in Jordanien, also mit unserem VW-Käfer um das östliche Mittelmeer durch Jordanien, Syrien, Türkei und den Balkan statt. Auf dieser Fahrt erfuhren wir in Alexandrien von der ägyptischen Spätzeit der Ptolemäer und ihrer wirtschaftlichen und künstlerischen Bedeutung für den ganzen Mittelmeerraum. Am Fuße des Deir-el-Bahari Tempels in Theben West bauten wir auf Einladung eines damaligen Scheichs von Gourna unser Zelt auf! War das eine friedliche Zeit - heute unvorstellbar.

VW mit Wüstenstaub in Ägypten auf der Fahrt zur Oase Siwa.
Ölwechsel in Suez vor der Pistenfahrt durch den Sinai.
Biblische Szene an der Hauswand im nördlichen Sinai.
Einladung zum traditionellen Tee.
Feuerstelle für die Teekanne im Zelt von Nomaden.
Typische Nomadenzelte aus Ziegenhaar.
Bescheidene Einrichtung im Nomadenzelt.
Beduinenfrau mit Kopfschmuck und Schleier.
Beduinenlager in einem Tal des südlichen Sinai.
Hängendes Habundgut von Nomaden in einer Akazie unantastbar.
Beduinen an einer Wasserstelle.
Im Palmenhain befindet sich die Mosesquelle.
Vorbereitungen im klostereigenen Garten 1963.
Das befestigte St. Katharinen-Kloster . . .
. . . Umfassungsmauer aus byzantinischer Zeit.
Kirchturm und Minaret, im hinteren Gebäude befindet sich die Bibliothek.
Kirchenschiff mit fränkischem Glockenturm.
Moschee mit Gebetsnische und Mimbar.
Rundgang mit dem griechisch-orthodoxen Abt 1963.
Abt mit goldenem Kreuz.
Basilika-Tür aus Zedernholz.
Kirchenschiff.
Silberner Sarg der Hl. Katharina
Mosaik-Kuppel über dem Altar
Ikone mit Moses und Aron
Byzantinisches Mosaik mit "Moses-Quelle"
Vergoldete Ikonenwand vor dem Altarraum
Moses im byzantinischen Mosaik
Moses vor dem "Brennenden Strauch" - Mosaik
Von Amerikanern restaurierte Bibliothek
Älteste Petrus-Ikone aus dem 6. Jahrhundert
Mosaik-Ikone mit Maria und Jesus
Ikone mit der Steinigung des Hl. Stephanus
Moses empfängt die 10 Gebote
Ikone mit der "Himmelsleiter"
Buchseite mit Christus, Adam und Eva
Kapelle und Moschee auf der Bergspitze
Anstatt des üblichen Sonnenuntergangs

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Ägypten - von Gizeh westwärts durch die "Weiße Wüste".

Die mehrtägige Fahrt in unserem Hotelbus durch die "Weiße Wüste" wurde stets zu einem Höhepunkt mit Übernachtungen an heißen Quellen oder in der Nähe eines Dorfes mit freundlichen Bewohnern. Unvergessen das Erlebnis "Wüste" mit dem klaren Sternenhimmel in völliger Einsamkeit und Ruhe !

Zeugenberge in der "Schwarzen Wüste"
Übergang zur "Weißen Wüste"
Neue Straße um eine wandernde Sanddüne
Trinkwasser an einer dorfeigenen Wasserstelle
Heißes Wasser aus dem Erdinneren
Übernachtung an einer eingefaßten Thermalquelle
Einladung im Dorf
Begegnungen im Dorf . . .
mit seinen seßhaften Kleinbauern
Plateaus und Niederungen ehemaliger Seen
Ebenen früherer Flußläufe
Landstufen, Sandstein- und Kalkschichten früherer Meere
Durch die Sandkörner vom Wind abgeschliffene Kalkschichten
Skulpturen in den Kalkschichten
Phantasievolle Kalkgebilde . . .
vom Wind in Jahrtausenden geformt
Märchenlandschaft Weiße Wüste . . .
mit vielen Fotomotiven
Im Windschatten der Skulpturen . . .
sammeln sich die versteinerten Früchte ehem. Wälder
wo sich noch kein Mensch niedergelassen hat
erleben wir eine traumhaft schöne und saubere Landschaft
Versteinerte Bäume in den Farben der vorhandenen Mineralien
In der Ebene liegen freigeweht tausende dieser Steinkugeln
Sedimente haben vor Jahrmillionen diese Kugeln gebildet
Solche "Bolders" gibt es auch in Neuseeland
Große und kleine Sedimentgebilde
Salzkrusten in den tiefer gelegenen Ebenen
die sich bei gelegentlichen Regen in Seen verwandeln
Oase nahe einem solchem Wüstensee

Besuch der frühchristlichen koptischen Klöster in der Arabischen Wüste nahe dem Roten Meer.

Einkauf im Dorf Hurghada am Roten Meer.
Familie auf dem Weg zum Markt.
Übernachtung beim St. Paul-Kloster in der Arabischen Wüste.
Parkplatz ein paar Jahre später.
Geweihtes Brot für die Gäste.
Koptischer Mönch mit traditioneller Kopfhaube.
Empfang von Pilgern aus Kairo.
Koptische Mönche mit Abt.
Spaziergang um das Pauls-Kloster.
Garten vor den Klostermauern.
Kirche und Wachturm, Olivenbaum.
Platz innerhalb der Mauern.
Blick nach Osten zum Roten Meer.
Pilger aus Kairo im Gespräch
Mönch mit europ. Sprachkenntnissen
Mönch mit Schlüssel zur Kapelle
Quelle und Waschplatz innerhalb der Mauern
Alte Getreidemühle
Stabile Türverriegelung aus Holz
Wandmalereien zeigen die Heiligen
Wandmalerien - die frühen Einsiedler
Verehrung der Heiligen
Piste zum St. Antonius-Kloster im Jahre 1963
Übernachtungsplatz vor dem Eingang des Antonius-Kloster 1963
Antonius-Kloster Eingang im Jahre 2004
Kirche im Zentrum der Klosteranlage
Reges Leben im Kloster ...
Täglich Pilger - Kairo ist nicht weit
Brot aus der Bäckerei für die Besucher
Im Klostergarten
Antonius-Kloster vor der Bergkulisse der Arabischen Wüste
Heutige Asphaltstraße zum Kloster
Tor mit Kontrollposten
Der erste Eremit als Namensträger des Klosters

Begegnungen mit den Menschen in der Niloase. Die lebenspendende Fruchtbarkeit des Schlammbodens beruht auf den früheren Überschwemmungen des Nils, die durch der jährlichen Regenzeit in den fernen Quellgebieten des Flusses entstanden. Das Siedlungsgebiet dieses Fruchtlandes bildet bei einer Länge von über tausend Kilometern meist nur einen schmalen Streifen von wenigen Kilometern Breite. Diese Landschaftsstruktur ist in der Welt einmalig. Das ägyptische Ackerland ist sprichwörtlich "Ein Geschenk des Nils", begrenzt im Osten von den Gebirgen der Arabischen Wüste und im Westen von den Sand- und Steinwüsten Libyens.

Noblen-Grab mit der Darstellung des ländlichen Lebens, Getreidefeld zwischen den Bewässerungskanälen und Opfergaben vor den Göttern.
Grab-Malerei: Bestellung eines Getreidefeldes, Vermessung des Grundstücks und Schreiber für die Steuerabgaben.
Kleine Felder wegen der Bewässerung direkt am Nil.
Fellachen auf den Feldern mit den Kuhreihern.
Fellache mit der typischen kurzstieligen Hacke.
Wasserschöpfrad "Sakkije" mit einem Rind.
Wasserrad am Kanal.
Wasserschöpfen vom Kanal auf die Felder.
"Archimedische Schraube" befördert das Wasser.
Dromedar am Wasserschöpfrad.
Übernachtung auf ägyptischem Bauernhof in Theben-West.
Wasserbeförderung durch die "Archimedische Schraube".
Die Mädchen erlernen die Teppichknüpfkunst.
Der Goldschmuck ist die Rücklage der Frau . . .
und wird nur an Festtagen getragen.
Haus mit Bemalung "Pilgerfahrt nach Mekka".
Fellache mit den typischen Kleidern.
Die stolze Ägypterin regiert die Familie.
Brotbacken gehört zu den Arbeiten der Frau.
Mit dem Eselskarren gehen die Männer auf die Felder
zur Tomatenernte.
Zwiebelfelder.

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Zwiebelernte
Orangen Verkauf
Kohlernte
Verkauf von Orangen
Dromedar transportiert Ziegel
Herstellung der luftgetrockneten Ziegel
Die Straße führt in den Souk mit den orientalischen Düften
in einer Kleinstadt am Nil - Verkauf von Tomaten
Hier kann man alles kaufen: Gewürze wie Kardamom und Kreuzkümmel
gemahlener roter Paprika, grüner Pfeffer, kostbare Safran-Fäden,
süße Datteln, Feigen, Malventee und vieles mehr
Souvenirs in jeder Preisklasse
und natürlich alles "echt" aus der Pharaonenzeit
Im Haus knüpfen die Mädchen Teppiche
auch Wandbehänge mit dörflichen Motiven
An jeder Ecke wird Brot angeboten . . .
während man sich bei Tee und Wasserpfeife erholt
Die meisten Menschen leben eng mit dem Vieh verbunden
Am lebenspendenden Fluss.
Der Grabbau eines hl. Mannes - ein Marabut - auf der Höhe.
Transport von Sand und Steinen in kleinen Booten
Zuckerrohr-Transport
Junge Dromedare kommen aus dem Sudan auf den Tiermarkt
Pilgerreise nach Mekka an einer Hauswand
Der Metzger verkauft das Fleisch am Wegesrand
Reliefs in einem Grab zeigt das Schlachten von Opfertieren
Gräber am Rande eines Dorfes in Oberägypten
Beim Sandsturm dringt der Staub durch jede Ritze
Zuckerrohr-Transport auf dem Strom
Am Ufer der Lebensader.
Viele abseits liegende Dörfer sind durch Kanäle verbunden
Das Niltal ist unterschiedlich breit
Sonnenaufgang in Oberägypten
Oft werden die alten Getreidefelder abgeflämmt
Bananenblüte
Hyazinthen - eine Unkrautplage
Papyrus wächst nur noch selten am Nilufer
Malerei eines Grabes mit Papyrus und seltenen Tieren

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Bei meinen ersten Ägypten-Reisen, auch noch im Jahre 1970/71 mit der Gruppenfahrt im Hotelbus, durfte man die Cheopspyramide besteigen. Den damals noch vereinzelten Touristen führte ein einheimischer Sportler das Erklimmen der höchsten Pyramide mit Auf- und Absteigen in nur neun Minuten vor, und erhielt für seine Leistung Lob und Bakschisch. Einmal bemerkten wir, dass der Kletterer auf halber Höhe von einem anderen abgelöst wurde. Das konnten die staunenden Touristen von unten nicht erkennen. Durch diesen Trick war er dann auf die Sekunde pünktlich am Fuße des 137 m hohen Bauwerkes zurück und wurde zu seiner Freude reich belohnt.

Eine andere Begebenheit habe ich nicht vergessen: während einer Pyramiden-Besteigung meinte ein 75 jähriger Gast schwitzend  "Sie, Herr Reiseleiter, sollte mir etwas zustoßen, das Geld ist in meiner Unterhose eingenäht". Dieser geübte Herr war vor mir auf der Spitze von Cheops Grabmonument !

 

 

Blick auf die von Pappeln eingerahmten Wiesen von Giseh, wo die Reitpferde gehalten wurden. Die Straße oben im Bild führt von Giseh nach Kairo. Das Foto entstand in den frühen 70-ger Jahren.

Entlang der Flussoase von Mena über Abydos und Dendera nach Theben-West. Wohl zu den eindrucksvollsten Gedächtnistempeln gehört der Terrassenbau "Deir-el-Bahri", der zu Ehren der Königin Hatschepsut errichtet wurde. Die Herrscherin war mit den männlichen Attributen der Königswürde ausgestattet, einem kurzen Schurz und dem Osiris-Spitzbart. Von der Königin von Saba ließ sie aus dem legendären Land "Punt" südlich des "Blauen Nils", dem heutigen Äthiopien oder Somaliland, kostbare Schätze wie den begehrten Weihrauch-Harz, Gold und Elfenbein bringen. Die bemalten Reliefs in der "Punthalle" ihres Tempels zeigen uns die afrikanischen Gesandten, Soldaten und Ruderer mit den Schiffen. Ebenso interessant sind in Theben-West am Saum der Kalksteinberge die Totentempel von Ramses II. und Ramses III., das sogenannte "Ramesseum" und das heutige "Medinet Habu" - eine Totentempel-Anlage in der Größe einer Stadt.

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In Theben West liegen die vielen hundert einfachen und besser ausgestatteten Gräber im Wüstenboden unweit der früheren Wohnviertel, oder in den Felswänden des Kalksteingebirges mit farbig ausgemalten Grabkammern. Neben den unzähligen Privatgräbern werden von den Touristen insbesondere die berühmten Pharaonengräber im "Tal der Könige" und im "Tal der Königinnen" besucht. Dort sind die Grabgänge mit den geheinisvollen Bildern des Totenbuches ausgemalt. Wenn ein Steinsarkophag in einem Grab stehen blieb, so ist er heute leer. Doch zeigt das Grab des Tut-Anch-Amon auch einen der goldenen Särge, während viele der wertvollen Gegenstände im Museum von Kairo und anderen bekannten Museen der Welt zu sehen sind.

Bereits in der frühen Zeit der ersten ägyptischen Königsdynastien entstand die charakteristische Formensprache der Reliefkunst und Wandmalerei. Es entwickelten sich die Hieroglyphen zur Zeichensprache im Zuge der Staatsform und der ägyptischen Religion. Beide finden ihren beredten Ausdruck in den rätselhaften Hieroglyphen. Erst im Jahre 1822 gelang dem Franzosen Champollion die Entzifferung, weil im Nildelta die berühmte "Tafel von Rosette" mit dem dreisprachigen Text gefunden wurde. Auf dieser Basalttafel sind nebeneinander die Altägyptischen Hieroglyphen, die spätere Volkssprache in demotischen Schriftzeichen und die Schrift der Griechen vorhanden. Dieser Fund war für die Schriftgelehrten ein Glücksfall!

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Vom frühgeschichtlichen Memphis liegen nilaufwärts an die 900 Kilometer entfernt die Tempelbezirke von Karnak und Luxor, die großartigen Ruinen des "Hunderttorigen Theben" - des Machtzentrums vom Neuen Reich. Das Leben zur Zeit der Pharaonen war auf diesen schmalen Streifen fruchtbaren Bodens beiderseits des Flusses beschränkt. In der Zeit unserer damals bekannten Welt war Theben über 400 Jahre lang der kulturelle Mittelpunkt. Diese Stadt gelangte durch die Eroberungen zu großem Reichtum, aber auch durch die Tribute und Opfergaben. Beiderseits der Widder-Allee zwischen der Residenz im östlichen Theben und dem heutigen Luxor befanden sich die Wohn- und die Geschäftsviertel. Im westlichen Theben auf der anderen Seite des Nils waren die Handwerker, Priester und Beamte, Tempel- und Grabwächter beheimatet, wo in letzter Zeit ganze Wohnviertel ausgegraben wurden. Dort befanden sich schon immer im Reich des "Osiris" die Nekropolen.

Die ersten Pfeiler und Säulen als Stützglieder waren - bereits im Pyramidenbau erkennbar - die Vorbilder für die baukundliche Entwicklung in den späteren Residenzen mit den Prachtbauten und Tempeln. An vielen Orten des Landes finden wir die Elemente der klassischen Säulenform in der Funktion als Stütze von Last, die dann bei den Griechen und Römern voll ausgeprägt erscheint.

Blick von Luxor über den Nil zum westlichen Theben.
Das alte Luxor-Hotel unweit des Tempelbezirks.
Volksleben an der Hauptstraße von Luxor.
Die bunten Getränkewagen sorgen für die Erfrischung.
An jedem Freitag tummelt sich das Volk auf dem Platz vor den Tempeln.
Ruhe und Besinnung findet man auf der anderen Seite der antiken Stätte.
Die Karnak mit Luxor verbindende Allee wurde wegen der Moschee nicht weiter freigelegt.
Blick auf die zwei Pylonen des Tempels mit dem noch stehenden Obelisken.

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Die Griechen hatten den Namen "Thebai" für diese mächtige Stadt in Oberägypten übernommen, nannten diese aber auch "Diospolis" - die Stadt des Zeus in Anlehnung an Amon. Hier verehrten der Pharao und sein Volk den großen Sonnengott Amon in den imposanten Tempeln. Im Allerheiligsten seiner Tempel stand die Nilbarke für die alljährliche Prozession. Das alte Theben, die einstige Residenz des "Neuen Reiches", ist wohl die bedeutendste Kunststätte in Ägypten und vermittelt an beiden Ufern des Nils mit Luxor und Theben-West ein großartiges Bild vom dreitausendjährigen Pharaonenreich. Wenn man die religiös gebundene Baukunst dieses Volkes an solcher Stätte verstehen will, muß man über die religiösen Vorstellungen in deren Lebensmythos gelesen haben. Es wird mir immer ein Rätsel sein, mit welchem Arbeitsaufwand derartige Bauwerke geschaffen wurden. Für abertausende Menschen waren diese Mühen ein Teil ihres Opfers für den König und den Gott.

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Von Esna über Edfu und Kom Ombo nach Assuan.

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Assuan

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Tempel von Abu Simbel

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