Sie sind hier: Willkommen > Europa > Türkei - Südküste Pamphylien > 

Über die Türkische Brücke am antiken "Eurymedon" bei Aspendos führte mich der Weg "zu den Küsten des Lichts" im Jahre 1956 nach Syrien und Jerusalem. Die BMW verkaufte ich am Ende der Reise an einen Griechen bei Thessaloniki. Die älteren Photos stammen aus den früheren Jahren, die neuen Digitalbilder von 2012.

 

Mit dem Motorrad über die türkische Brücke bei Aspendos.

Antalya in Pamphylien

An diesem Strand westlich der Hafenstadt Antalya übernachtete ich 1956 im Zelt unter kleinen Bäumen - dann in den späteren Jahren auf einem Campingplatz . . .
. . . und gelangte über die gleiche Kurvenstraße wie nun im Jahre 2012 zum Archäologischen Museum.
Das lag damals ganz allein auf der Anhöhe, heute umgeben von Schulen, Wohnhäusern und Hotels.
In der Altstadt erinnert ein Stadttor an die Römer und Seldschuken, der Turm stammt von 1244.
Inschrift des Herrschers Giyaseddin Keyhüsrev (1236-1246) Sohn von Keykubat.
Vivli-Minarett mit Blick auf die Bucht von Antalya.

Inzwischen erlebte ich mehrmals und nicht mehr allein die Region von Antalya, das antike "Pamphylien" mit den alten Stätten an der fruchtbaren Küste, die von verschiedenen Volksgruppen aus Anatolien gegründet wurden, bis hinauf in die Berge des mittleren Taurus.  Unter diesen Städten spielte Aspendos eine wichtige Rolle. Unweit des großen Theaters fließt der heutige Köprücay (der antike Eurymedon) durch das fruchtbare Pamphylien, durch den die Stadt einen Zugang zum Mittelmeer hatte und sich Aspendos zu einer lebhaften Handelsstadt entwickelte. Aspendos war mit Perge und Side der Schauplatz historischer Ereignisse. Im Jahre 333 v. Chr. wurden diese Städte von Alexander d. Großen eingenommen, fielen dann unter die Herrschaft von Pergamon und gehörten ab 43 n. Chr. zum Römerreich. Aspendos erlebte während der Pax Romana mit prächtigen Bauwerken für die 20.000 Bewohner eine Blütezeit, verlor jedoch seine Bedeutung nach dem Untergang des römischen Imperiums.

Das fast vollständig erhalte Theater von Aspendos ist wegen der Akustik weltberühmt.

Nach oben

Eine der in den Bergen des Taurus versteckte antike Stätte mit dem frühen Namen "Lyrbe" ist ein Beispiel der zahlreichen Siedlungen in Pamphylien. Diese über zweitausend Jahre alten Ruinen liegen in der Höhe inmitten eines Pinienwaldes. Ein Schild mit "Seleukeia" weist den holprigen Weg 25 km von der Küstenstraße bei Manavgat entfernt. Eine in den Ruinen gefundene Inschrift in der Sprache der Bewohner von Side berichtet von einer langen Geschichte. Auf Römischen Münzen aus der Zeit von 30 v. Chr.-395 n. Chr. wird ein heiliger Stein und ein heiliger Baum nach anatolischer Tradition gezeigt. Es ist anzunehmen, daß diese Stadt schon vor dem Durchzug Alexander d. Großen existierte.

Auf steinigem Weg erreicht man die Ruinen von Seleukia im Pinienwald
und passiert das Südtor mit den starken Mauern
vorbei an den klobigen Wänden ehemaliger Handelshäuser
mit Blick auf den früheren Stadtkern mit einer gut erhaltenen Agora
mit zweigeschossigen Ladengebäuden an der Nordseite des Marktplatzes
und dem kleinen Odeion - Versammlungsraum - hinter einer Fassade.
Ladengeschäfte am Marktplatz . . .
dem späteren römischen Forum.
Einige wenige Funde befinden sich im Museum von Antalya . . .
so eine Bronzestatue des Apollon und Mosaikfußböden.
Vor Ort bewundert man die klassischen Säulen aus hellenistischer Zeit . . .
und die Halbsäulen
sowie den Tordurchgang . . .
und Ornamenten an den Hausfassaden.
Im Podiumstempel wachsen heute Pinien. Viele Ruinen stehen im Wald verstreut und warten auf die Ausgrabungen und Restaurierungen.
Der Marktplatz mit seinen Säulen und einer himmlischen Ruhe auf der luftigen Höhe mitten im Wald. Selten wird diese antike Stadt besucht.

Nach oben

Auf unserem Spaziergang durch Perge erleben wir eine der bedeutendsten Städte in Pamphylien. Die Ausgrabungen liegen etwa 18 km östlich von Antalya und 11 km von der Mittelmeerküste entfernt am Fuße eines 60 m hohen Plateaus. Auf diesem Arsatepe entstand die früheste Besiedlung  im 4. Jahrtausend v. Chr. Einige Funde aus der frühen Bronzezeit bestaunen wir im Antalya-Museum. Seit 1946 wird die Stadtgeschichte durch Ausgrabungen erforscht, und wenn auch einige intressante Exponate aus den vorchristlichen Jahrhunderten stammen, so gehören doch die meisten Funde in die Zeit des Römischen Imperiums vom 1.-3. Jh. n.Chr. Daß die Akropolis auf den Hügeln rings um das heutige Ruinenfeld bereits im 3. und 2. Jahrtausend v.Chr. besiedelt war, geht aus dem Text einer Bronzeplatte des Hethiter-Reiches hervor, in dem ein Grenzvertrag zwischen dem Hethiter-König Tuthalia IV. und dem König von Tarhuntassa Kurunta erwähnt wird. Darin wird auch der Fluß Kestros genannt. Die freigelegten Ruinen beiderseits der einstigen Prachtstraße stammen aus der griechischen-, römischen- und byzantinischen Zeit.

Bei den Propylaen am Südeingang unweit der Thermen
mit einer Rekonstruktion.
Wie in den meisten Römerstädten traten die Gladiatoren auf und fanden ihre Ehrung auf den Stelen.
In der Kaiserzeit entstanden die Prachtbauten
Neben dem "Hellenistischen Tor" liegen die südliche Agora und die Thermen.
Die großen Gebäude stammen aus dem 1. Jh.n.Chr.
Die Stadt dehnte sich mit Wachtürmen gen Süden aus
und erreichte im 3.Jh.n.Chr. die größte Ausdehnung
Agora - der Marktplatz für Handel, Versammlungen und Ansprachen.
Architrav mit Pflanzenfries
Korinthisches Kapitell
Marktplatz - von dem auch politische Auseinandersetzungen ausgingen
mit dem Rundbau in der Mitte
Ionische Kapitelle an der Säulenallee
Den Marktplatz umgaben Ladengeschäfte
Säulen mit Kapitell und Architrav
Stele mit eingemeißelter Inschrift
Säulenallee mit Brunnenanlagen, wo nahezu vollständige Marmorstatuen geborgen wurden (Museum Antalya).
In der Mitte der Säulenallee plätscherte durch die Steinbecken das Wasser
vom Quellhaus am oberen Beginn der Allee durch die ganze Stadt nach Süden.
Es gab kleine künstliche Wasserfälle
Durch Stöpsel wurde der Wasserstand reguliert.
Die mit Marmor-Säulen geschmückte Prachtstraße als Nord-Süd-Achse . . .
die durch eine quer verlaufende zweite Allee in Ost-West-Richtung gekreuzt wurde.
Mit zahlreichen Inschriften in Griechischer Schrift.
Straßenbild
Straßenbild
Wagenspuren in den originalen Pflastersteinen.
Blick zum Quellenhaus am Fuße der (noch nicht ausgegrabenen) Oberstadt.
Das Quellenhaus war einst reich mit Marmor ausgestattet und stammt aus der Zeit von Kaiser Hadrian.
Durch die Tore beiderseits des sprudelnden Wassers gelangte man in die Oberstadt.
Durch den Besuch der Ausgrabungsfunde im Antalya-Museum werden diese Ruinen zu neuem Leben erweckt.
Viele Funde stammen aus den Nekropolen im Westen und Osten außerhalb der Stadt.
Die figürlichen Darstellungen sind hervorragende Beispiele der Skulpturen-Ateliers.
Insbesondere sind einige Sarkophage (im Museum) sehr gut erhalten . . .
und sind eine unbedingte Ergänzung zu den Zeugnissen im Ruinenfeld.

Nach oben

Das Museum in Antalya

Nach oben

Die prächtigen römischen Sarkophage von Perge im Museum von Antalya.

Ausgrabungsfunde von Perge und anderen Stätten der südlichen Türkei durch die Jahrtausende im Museum von Antalya.

Lykisches Grab auf dem Museums-Gelände.
Rekonstruktion des Übergangs vom Stierkult zur Verehrung eines Fruchtbarkeits-Idols nach Ausgrabungen in Catalhüyük.
Fruchtbarkeitsgöttin.
Keramik der frühen Bronzezeit von 2500 v.Chr.
Einhenkeliger Tonkrug (Oinokhoe) mit vorstehendem Mund für Wein.
Trinkflasche ursprünglich in einer Lederhülle zum Umhänden bei Reisen.
Keramik aus der Karain-Höhle frühe Bronzezeit 3000-2000 v.Chr.
Hängende Keramik von der Ausgrabung in Bademagaci Höyük.
Grab im Tonkrug
Keramik mit geometrischen Zeichnungen
Keramik
Bronzekopf
Tonkopf von einem Krug
Krug mit einer Figur
Gläser aus Gräbern in Perge
Gläser
Elfenbein
Votivstein
Tonfigur im Giebeltempel
Engel Ausgrabungsort Patara.
Figur
Figur
Tonbehälter
Tonschale
Elfenbeinfiguren
Elfenbeinfiguren
Elfenbeinfigur
Elfenbeinfigur
Priester der Phrygier aus Silber.

Das Volk der Phrygier wanderte aus dem Norden von Thrakien, jenseits der Dardanellen, wo sie zur Zeit des Trojanischen Krieges beheimatet waren, in das Hochland von Anatolien ein und bildeten bis zum 8. vorchristlichen Jahrhundert neben dem Hethiter-Reich westlich des Halys (dem heutigen Kisilirmak) das sich mit anderen Volksgruppen ergebende Großreich. Die Stadt Gordion westlich von Ankara trug den Namen ihres ersten Königs. Verschiedene phrygische Siedlungen bzw. Gräber wurden zwischen Samsun am Schwarzen Meer und Burdur im Süden der Türkei entdeckt, sozusagen an den alten Königsstraßen mit den Handelsorten an den Karawanenwegen. Einige der ausgegrabenen Gegenstände von Elmali bestaunen wir im Museum von Antalya. Bekannt ist auch der historische König Midas von Phrygien und sowohl seine Beziehung zum Reich der Assyrer, als auch durch die Heirat mit einer Griechin und seinen wertvollen Spenden an die Stadt Delphi.

Nach dem Einfall der Kimmerier aus dem nordöstlichen Schwarzmeergebiet, wobei auch das Reich von Urartu am Vansee bedrängt wurde, zerfiel das Großreich Phrygien mit der Residenzstadt Gordion am Ende des 7. Jahrhunderts. Im Westen der heutigen Türkei entstand das Reich der Lyder, während der Osten an die Meder fiel, den Vorfahren der jetzigen Kurden. Schließlich herrschte Persien über diese Gebiete, bis Alexander der Große in den Osten marschierte.

In ihrer Religion verehrten die Phrygier die Kybele, deren Kult von den Römern in der Verehrung der Magna Mater fortgeführt wurde.

Kostbar gearbeitete Metallgegenstände aus Grabfunden der Phrygier erzählen von ihrem Reichtum.

Gußform für Fiebeln
Fiebel aus Silber
Goldschmuck
Topf mit Stierköpfen
Silberschalen
Silbergürtel eines Phrygiers.

Nach oben

Die Funde von Demre

Bruchstück
Steinkreuz
Metallkreuz
Fries von Synagoge
Kopf mit Helm
Bruchstück

Der Grabstein eines sephardischen Rabbiners wurde in Demre (Myra-Andriake) freigelegt. Dargestellt sind beiderseits des siebenarmigen Leuchters ein Widderhorn - ein "Schofar", welches bei hohen Feiertagen und zum Sabbatwochenende geblasen wurde, um den Sabbat zu signalisieren. Auf der anderen Seite ist ein Beschneidungsmesser mit der angedeuteten Hand zu sehen. Eigentlich ist es im jüdischen Glauben nicht üblich, derartige Gegenstände bildlich darzustellen, doch sind die sephardischen Juden etwas freier mit dem Bilderverbot umgegangen. Die in Kleinasien lebenden Juden waren meist sephardischer Herkunft. Im Hafen von Myra befand sich die erste und einzigste Synagoge in der Mittelmeer-Region von Anatolien.

Die griechische Inschrift über der Menorah läßt auf eine Zeit vom 4.-5. n.Chr. schließen, in der die Synagoge existierte. So wie auch in den Häfen Ostia und Thessaloniki lag diese Synagoge direkt am Hafen.

 

Nach oben