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Äthiopien mit der Hauptstadt Addis Abeba
Äthiopien mit der Hauptstadt Addis Abeba

Äthiopien

Äthiopien - eine Reise durch das Christliche Land im Osten Afrikas. Wegen dem religiösen "Timkat"- Fest, dem Epiphaniasfest zum Gedenken an Christi Taufe im Jordan, wählten wir im Jahr 2003 den Januar als Reisezeit . Bei diesem Fest erlebt man die altüberlieferte Tradition des religiösen Volkes mit ihren farbenprächtigen Prozessionen in den Städten Addis Abeba, Gonda und Lalibela.

Bei unserer Reise durch das Land des "Löwen von Juda" im Nordosten von Äthiopien begegneten wir dem frühen Christentum abessinischer Prägung mit jüdischen Spuren. Das von vulkanischen Tätigkeiten gekennzeichnete Hochland liegt zwischen dem Wendekreis des Krebses und dem Äquator mit dem bedeutenden "Blauen Nil", der sich bei Khartoum im benachbarten Sudan mit dem "Weißen Nil" verbindet.

Der über 3000jährigen Geschichte zufolge geht die kaiserliche Dynastie des ehemaligen Herrschers zurück zu einer Verbindung Salomos mit der Königin von Saba. Einer der drei hl. Könige, die dem Stern nach Bethlehem folgten, soll aus Aksum stammen. Die Herrscher des Landes trugen bis zu Haile Selassie den Titel des "Löwen von Juda". Im Land läßt sich anhand der frühchristlichen Bauwerke und den Überlieferungen die Abessinisch-Koptische Kirche bis ins 4. Jahrhundert zurück verfolgen.

Äthiopien ist stolz auf seine Jahrtausende alte Geschichte und wird wegen seiner hohen Gebirge auch "das Dach Afrikas" genannt. Schon in der 2500 Meter hoch gelegenen Hauptstadt, mittlerweile eine Vier-Millionen-Metropole, begrüßt den Besucher der steinerne Löwe. Das Land ist dreimal so groß wie Deutschland und kann auf einer Reise kaum gründlich erkundet werden. Eine Wiederholungsreise auch in die umliegenden Provinzen ist erforderlich.

Im National Museum von Addis Abeba standen wir vor dem frühesten weiblichen Skelett eines Vormenschen, der vor über 3 Millionen Jahren gelebt hat und zu den aufrecht gehenden Affenmenschen gezählt wird. Da dieses Gerippe eines "Australopithecus afarensis" im Osten von Äthiopien gefunden wurde, nennen die dort lebenden Amharen die sonst weltweit unter dem Namen "Lucy" bekannte Erscheinung ehrfurchtsvoll "Dinknesh - die Wunderbare".

Die Stadt Aksum ist für die äthiopisch-orthodoxe Kirche eine heilige Stätte, weil in der alten ehrwürdigen Kirche der "Maria von Zion" nach der Überlieferung die heilige Bundeslade aufbewahrt wird. Der Zugang war uns nicht möglich, aber wir gingen um das festungsähnliche alte Gebäude, in welchem die Bundeslade mit den zehn Geboten, die Moses auf dem Sinaiberg von Gott erhalten hatte, von einem Mönch bewacht wird. Vom König Menelik I. - dem Sohn von Salomon und der Königin von Saba - soll diese Gesetzes-Tafel nach Äthiopien gebracht worden sein. Auf dem nahen Friedhof erheben sich die riesigen Granit - Stelen oder liegen zerbrochen auf dem Boden. Zu diesen gehört der größte Monolith mit 33 Metern und einem Gewicht von 520 Tonnen. Die mit 25 Metern zweithöchste Stele war von den Italienern 1937 nach Rom verschleppt worden, steht aber nach Rückgabe wieder in Aksum.

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Zwei Amharen-Mädchen beim grossen
Timkat-Fest in Gondar.
Eine Zuschauerin am Rande der Prozession.
Warten auf die Predigt in Gondar.
Eine Amharenfrau zeigt stolz ihre Tätowierung.
Löwen auf den Verschlußknöpfen des Umhangs.
Amhare bei der Prozession in Lalibela.
Tigrefrau mit der typischen Frisur.
Tigrefrau mit den Kaurimuscheln, ehemaliges Zahlungsmittel.
Tigrefrau bei der Prozession.
Baumwollverarbeitung nahe des Blauen Nils, Kreuz und Theresientaler.
Tigrefrau auf dem Markt in Aksum.
Ute mit Schulmädchen im Gespräch . . .
hier mit der Dorfjugend beim Löwen an der Felswand.
Markt in Aksum
Rinderhirt nahe dem Blauen Nil
Beschwerliches Wasserholen
Priester und Schüler in Lalibela
Mädchen am Kiosk
Kornmalen
Pilgerin in Lalibela

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Unsere Fahrt in einem geländegängigen Allradjeep über das Hochland von Lalibela nach Aksum, durch die Region "Tigray" und nach Mekele führte auf abenteuerlichen steinigen Pisten einige hundert Kilometer weit vorbei an den Tafelbergen und zerklüfteten Schluchten. Mit Abstechern besuchten wir die historischen Felsenkirchen und den ältesten sabäischen Mondtempel in Yeha. Unterwegs begegneten wir den Bauern bei ihrer mühsamen landwirtschaftlichen Arbeit auf den steinigen Terrassen des gebirgigen Landes. Auch kamen wir in das Gebirge, in dem die zur Kolonialmacht strebenden italienischen Invasoren von Eritrea her im Januar 1896 kapitulierten. Ein unvergessliches Erlebnis war der "Simien Nationalpark" mit den Viertausendern, von denen der Ras Daschen mit 4624 Metern auf dem Dach von Afrika gipfelt.

Landstrasse in der Region Tigray . . .
. . . und der Begegnung mit Bergbauern.
Blick über das Land nach Osten richtung Eritrea . . .
. . . vorbei an fruchtbaren Terrassen.
Gedenkkreuz im hart umkämpften Gebiet des italienisch-äthiopischen Krieges von 1896.
Im vulkanisch geprägten Hochland wird bis 3000 m Höhe Getreide (Teff) angebaut.
Der sabäische Mondtempel wurde für die Königin von Saba im 5. Jh.v.Chr. erbaut.
Über das Bergland verstreut liegen alte Kirchen und Klöster . . .
. . . bei deren Besuch tiefe Schluchten umfahren . . .
. . . und Bachläufe durchquert werden mußten.
Das Kloster "Debre Damo" auf einem Tafelberg kann nur über ein Seil an der 15 m hohen Felswand erklommen werden.
Die Malerei zeigt die Legende von Za Mikael, der mit Hilfe einer Schlange das Plateau erstmals erreichte.
Burgähnliche Bauerngehöfte der "Tigre" - drittgrößte ethnische Bevölkerungsgruppe . . .
. . . im Hochland von Äthiopien.
Mühsame Feldarbeit mit hölzernem Hakenpflug.

Blühendes Wolfsmilchgewächs.
Kloster-Kirche "Abreha Atsbeha und Azbeha" - eine der größten Felsenkirchen des Landes.







Felsenkirche "Wukro Cherkos"
Der barfüßige Priester zeigte uns die ausgemalte Kirche, die von den axumitischen Königen Abreha und Azbeha gegründet wurde.
Im Allerheiligsten sahen wir die bemalte Holzlade zur Aufbewahrung der hl. Bücher.
Das Geläut des Klosters aus jüngster Vergangenheit.

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Die Kirchen beim Bergdorf Lalibela stammen durchweg aus dem 12.-13. Jahrhundert und sind für die Gläubigen Christen das Landes zum Wallfahrtsort geworden. Alljährlich bezeugen die Äthiopier durch die religiösen Feiern ihre Verbundenheit zum Heiligen Land und nennen diesen Ort "Neu-Jerusalem". Durch die Höhenlage von 2500 Metern war der Besuch der zahlreichen Felsenkirchen anstrengend und erforderte Ausdauer auch bei der Wanderung zur "Neakuto Leab" - Kirche in einer Felsenhöhle. An diesen in das Tuffgestein gehauenen Kirchen wurde über 100 Jahre lang gearbeitet, die heute zum Weltkulturerbe der Unesco zählen.

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Die Kaiserstadt Gondar war im 17. Jahrhundert die Hauptstadt von Äthiopien, und ist heute der Ausgangspunkt für die Wanderungen im nahen "Simien-Plateau". Die ehemaligen Palastanlagen am Ufer des Tana-Sees gehören ebenfalls zum Unesco-Weltkulturerbe und erinnern an die romantischen Burgen an unseren Flüssen. Sie stammen aus der Zeit des Kaisers Fasilidas und seiner Nachfolger, bis Addis Abeba das neue Machtzentrum wurde. In jedem Jahr feiert hier die orthodoxe Kirche im September das Fest Johannes des Täufers, gefolgt von den Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Auffindung des Kreuzes, das Meskal-Fest, sowie weitere christliche Veranstaltungen, zu denen Tausende aus dem ganzen Land anreisen und an den farbenfrohen Prozessionen teilnehmen.

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Unser Ausgangsort zum Tana-See war die kleine Stadt Bahar Dar mit angenehmer Übernachtung. Als wir an den Ufern des riesigen Sees standen und kein Gegenüber sahen, verstanden wir seine Ausdehnung mit 3000 Quadratkilometern und dass er fünfmal so groß wie der Bodensee ist. Wir bestaunten nicht nur  die wagemutigen Männer, die mit ihren Schilfbooten das begehrte Holz an dieses Ufer transportieren, sondern besuchten auch die Kirchen auf den Inseln mit den kostbaren sakralen Schätzen. Der Höhepunkt war wohl die historische Rundkirche des orthodoxen Klosters "Ura Kidane Mihret". Von den letzten Hütten eines Dorfes am Ende einer befahrbaren Piste wanderten wir dann zu dem Wasserfall des "Blauen Nils", der aus dem Tana-See seinen weiten Weg in den Sudan gefunden hat, wo er sich bei Khartum mit dem "Weißen Nil" verbindet.

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