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Abgesehen von der schönen nordischen Natur und der Ruhe während unserer Rundreise durch diese dänische Insel waren die eigentümlichsten Kirchengebäude Nordeuropas unser Ziel. Durch die isolierte Lage der Insel im Mittelalter waren die Bewohner gezwungen, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen. Seit dem Jahre 1522 gehört Bornholm zu Dänemark, liegt aber nur 37 km südlich der schwedischen Südküste. Von dem Ostseehafen Saßnitz auf Rügen laufen täglich große Fährschiffe nach Roenne aus. Die 587 qkm große Insel ist eigentlich ein in der letzten Eiszeit abgeschliffener Granitklotz, der auf zentraler Höhe mit Heide und Wald, ansonsten ringsum von einer fruchtbaren dünnen Erdschicht überzogen ist. Durch den Moränenboden begünstigt leben die meisten Einwohner vom Ackerbau und ebenso vom Fischfang. Außer den erwähnten Rundkirchen erlebt man malerische Städtchen und Bauerngehöfte.

Mit dem Fährschiff von Saßnitz nach Roenne.
Der Hafen von Roenne mit der St.Nicolai Kirche.
Hafen
Oberhalb des Hafens sind wir gleich in der Altstadt.
Seitenportal der St.Nicolai Kirche.
Kirchenschiff mit Altar.
Kirchenschiff mit der Orgel.
Die Fregatte "Dannebrog" stammt aus dem Jahr 1873.

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Ein paar Eindrücke von der Fahrt durch die Insel Bornholm.

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Die "Ny kirke" in Nyker bei Roenne ist Bornholms kleinste Rundkirche mit zwei Stockwerken in romanischem Stil. Überraschend schön sind die Kalkmalereien aus verschiedenen Zeiten. Die zu beiden Seiten des Eingangs empostrebenden Zinnen symbolisieren die 12 Apostel mit Christus an der Spitze, wie das an einigen Kirchen in Dänemark zu finden ist.

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Die "Nylars kirke" auf dem Weg von Roenne nach Aakirkeby gehört ebenso zu den romanischen Wehrbauten mit eindrucksvollen Kalkmalereien an der das obere Stockwerk tragenden Säule. In diesen Kirchenburgen fanden die Bewohner des Mittelalters bei räuberischen Überfällen Zuflucht und Schutz. Im ehemaligen Waffenhaus sind gut erhaltene Runensteine angebracht. Ursprünglich umschloß eine Mauer mit Torturm, dem heutigen Glockenturm, die Kirche - die dem heiligen Nikolaus von Myra geweiht ist. Der Rundbau aus dem 12. Jahrhundert besteht aus drei Stockwerken und ist sehr solide gebaut, weshalb die äußeren Strebepfeiler fehlen. Der Kirchenvorraum stammt von 1879.

Die Grundfläche des Kirchenschiffs ist kreisrund.
Ein Tonnengewölbe bildet die Decke, die von meterdicken Steinmauern und einer kräftigen Säule getragen wird.
Um den Kopf des Mittelpfeilers schlingen sich Fresken aus dem 13. Jahrhundert.
Die biblichen Bilder zeigen die Geschichte der Menschheit mit Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies.


Das Kruzifix ist eine Renaissancearbeit von 1600. Von der Decke über dem Altar schwebt ein Posaunenengel. Das Apsisfenster zeigt ein keimendes Korn als Auferstehungsmotiv.
Im Gewölbebogen der Apsis bilden fünf Löcher ein Kreuz, worin sich Steingutkrüge als Schallkörper für eine bessere Akustik befinden.
Dieser Runenstein trägt ein gewundenes Schrift-Band mit Schlangenkopf.
Ein älterer Runenstein im Kirchenvorraum stammt von 1050.

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Mit dem 16-teiligen Runenalphabet lassen sich gut leserliche Inschriften entziffern.

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Zu Beginn der Wikingerzeit um 800 n.Chr. wurden auch in Dänemark und auf der Insel Bornholm Runensteine errichtet. Die Runensteine wurden in der Regel zum Andenken an einen verstorbenen bedeutenden Herren oder für gefallene Krieger aufgestellt. Trotz der kurzgefaßten Texte vermitteln die Runensteine wichtige Auskünfte über die damalige Gesellschaft jener Zeit. Sie können Einblick in die verwandtschaftliche Beziehungen, Auskünfte über die gesellschaftliche Position des Verstorbenen, seinen Beruf oder die militärischen Ereignisse geben. 

 

Auf Bornholm sind etwa 40 Runensteine bekannt. Anscheinend wurde diese Tradition erst verbreitet, nachdem sie im übrigen Land aufgehört hatte.

 

Der "Brogárd-Runenstein" stand ursprünglich auf einem kleinen Hügel, wurde dann 1868 als Deckstein an der Bagábrücke verwendet, jedoch bald an dem heutigen Platz errichtet. Es handelt sich um den größten Runenstein auf der Insel und die Inschrift lautet: "Svenger ließ diesen Stein zum Ankenken an seinen Vater Toste und an seinen Bruder Alvlak und an seine Mutter und an seine Schwester errichten".

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Übersetzung der Runen auf erwähntem Brogárdstein (oben) und im Detail rechts.

Runenstein in der Rundkirche von Nyker.
Runenstein am Kirchplatz in Swaneke.
Runenstein in Oesterlars.
Runenstein in Oestermarie.
Runenstein in Oestermarie.
Runenstein in Aakirkeby.

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Die Oesterlars-Kirche ist die größte der vier Bornholmer Rundkirchen und war in katholischer Zeit dem Sankt Laurentius geweiht. Wie die Nylars-Kirche hat sie einen gleichartigen Grundriß und besteht aus drei runden Bauteilen: Schiff, Chor und Apsis. Im Jahre 1870 wurde die einstige Wehrkirche umgebaut und erscheint wirkungsvoll mit den sieben massiven Stützpfeilern. Die Bornholmer Verteidigungskirchen entstanden zum Schutz vor gelegentlichen Piraten in der Ostsee. Der Glockenturm verbirgt hinter einer Bretterverkleidung eine gut erhaltene Fachwerkkonstruktion.

Oesterlars-Rundkirche mit abseitigem Glockenturm.
Der Granit-Taufstein stammt von 1883.

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Auch die St. Ols-Kirche wurde ursprünglich als Festung gebaut und steht 112 Meter über dem Meer auf höchster Stelle mit weitem Rundblick. Sie entstand wohl um 1200 n.Chr. und war dem hl. Olaf von Norwegen geweiht.

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An der Ostküste finden wir die Spuren der letzten Eiszeit, im Landesinneren größere Findlinge und Bautasteine im Wald. Auf dem "Hjortebakken" stehen ein Dutzend großer "Bautasteine" und kleinere Steine, die einen sogenannten "Domarring" bilden. Diese Art von Steinsetzungen sind in Dänemark nur auf Bornholm bekannt, kommen aber im Süden von Schweden häufiger vor. Die Steine bilden einen Kreis um ein Grab aus der Eisenzeit.

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