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Slowakei mit der Hauptstadt Bratislava
Slowakei mit der Hauptstadt Bratislava

Slowakei - die Ostslowakei

Im Mai 2013 führte uns der Weg zu den bemerkenswerten Holzkirchen in der östlichen Slowakei. Von der Donau kommend wählten wir den direkten Weg von der Hauptstadt Bratislava (Pressburg) über Trencin in das Gebiet der Hohen Tatra und zu den Kulturdenkmälern im Grenzgebiet zu Polen und der Ukraine. Daß es jedoch diesseits und jenseits der offenen Grenze an die 90 erhaltene alte Holzkirchen aus dem 17.-19. Jahrhundert in den abseits liegenden Dörfern gibt, erfuhren wir erst vor Ort. Eine zweite Reise zu den bedeutenden schönen Bauwerken wird erforderlich sein!

Diese erfolgte dann im Juni/Juli 2013 mit direkter Fahrt durch Böhmen und Mähren über Brünn und Austerlitz nochmals rund um die Hohe Tatra.

Die ersten historischen Holzkirchen befinden sich aus dem Westen kommend bei Zêlina und Martin, in Kezmarok und Humenné, aber die meisten im Bergland der Karpaten nördlich und östlich von Presov im Umkreis der Ortschaften Stropkov, Svidnik, Bardejov und Snina. Diese Holzkirchen sind eng mit der ukrainischen Volkskunst verbunden. In ihrem dreiteiligen Grundriß Vorraum, Kirchenschiff und Chorraum zeigen sie mit der Ausschmückung den orthodoxen griechisch-byzantinischen Stil. Ein schönes Beispiel ist die Holzkirche von 1658 in Bodruzal.

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In der Slowakei fuhren wir durch ein dicht bewaldetes bergiges Land, welches zu 38% mit Nadel- und Laubbäumen bewachsen ist. Deshalb ist es kein Wunder, wenn seit Jahrhunderten die Holzverarbeitung bekann ist und in den Dörfern mit Holzhütten auch dominierende Holzkirchen zu finden sind. Diese Kirchen erheben sich meistens auf kleinen Hügeln am Rande der Orte mit dem Friedhof. Auf diesen stehen mitunter geschnitzte Holz- oder hundertjährige Eisenkreuze. Der Baustil der Holzkirchen, bei denen kein Nagel verwendet wurde, entspricht einer Verschmelzung von westlichen und östlichen Elementen. Wie bei den dörflichen Bauernhäusern waren für die Blockhauswände und Glockentürme erfahrene Zimmerleute verantwortlich, die auch größten Wert auf die Innenausstattung legten. Eine Reise zu den Kostbarkeiten dieser volkstümlich bäuerlichen und sakralen Holzarchitektur bleibt unvergessen.

Die älteste der wenigen römisch-katholischen Holzkirchen besuchten wir in Trnové nahe Zelina. Die früheste Erwähnung dieser einschiffigen gotischen Kirche stammt von 1583, der ein mächtiger Turm vorgebaut wurde. Sie ist dem heiligen Georg gewidmet.

Die nächste Holzkirche aus Rudno wurde im slowakischen Museumsdorf von Martin wiedererrichtet.

 

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Die röm.-kath. Holzkirche in Trnové bei Zelina.
Altes Forsthaus im Dorfmuseum von Martin.

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Die evangelische Holzkirche in Kezmarok (Kesmark) stammt aus dem Jahre 1717 und ist die einzigste außen verputzte Artikularkirche. Das Gotteshaus ist der hl. Dreifaltigkeit gewidmet. Die Spenden zum Bau dieser großen Kirche kamen nicht nur von Protestanten aus Norddeutschland, sondern auch von schwedischen Seeleuten, weshalb die runden Fenster eines Schiffes daran erinnern. Der Holzaltar von 1727 mit der reichen barocken figuralen Ausstattung ist beeindruckend, ebenso die ornamentalen Verzierungen an der Kanzel sowie das bemalte Kirchengewölbe.

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Im Bezirk von Presov besuchten wir die einzige in der Umgebung erhaltene griechisch-katholische Holzkirche, die dem hl. Lukas geweiht ist. An einem bewaldeten Hang über dem Dorf Brezany erhebt sich dieses dunkelbraune Gotteshaus aus dem Jahre 1727 inmitten eines alten Friedhofes mit einigen über hundert Jahre alten Eisenkreuzen in der blumenreichen Wiese. Der gelegentliche Gottesdienst verläuft nach römisch-katholischem Ritus.

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Im Freilichtmuseum beim Schloß in Humenné steht seit 1977 die dem Erzengel Michael geweihte Holzkirche Nová Sedlica. Ursprünglich stammt sie aus dem Jahre 1794 mit einer wertvollen Ikonostase. Bei der Holzkirche in Rusky Potok besuchten wir den Soldatenfriedhof aus dem 1. Weltkrieg. Auch diese alte Kirche von 1740 ist dem Erzengel Michael geweiht, der wohl in dem Poloniny-Bergland sehr verehrt wurde. Eine der schönsten Ostkirchen ist die des hl. Nikolaus im Dorf Bodruzal nahe Svidnik, und eine der jüngsten Kirchen aus dem Jahre 1938 steht über dem Dorf Vizny Komarnik in der gleichen Region. Aus dem Jahre 1700 stammt die Kirche über dem Dorf Topol'a nahe Snina und gehört zu den ältesten der Ostkirchen. In Hunkovce gedachten wir den Gefallenen von der Panzerschlacht WWII in den Karpaten, wo das bekannte Panzerdenkmal an die heftigen Kämpfe erinnert.

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Uliske Krive - Potoky

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Museumsdorf in Svydnik mit der Holzkirche von Nová Polianka.

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Die Kirche im Dorf Jedlinka unweit von Svidnik steht unter dem Schutz der Gottesmutter. Im Jahre 1763 erbaute man diese dreiteilige Ostkirche mit ihren drei Türmen, und von außen ahnt man nicht, welche prächtige Rokoko-Ikonostase den Besucher empfängt. Wertvoll sind die holzgeschnitzten barocken Kerzenleuchter vor der Altarwand und der drehbare Leuchter mit zwei verschiedenen Bildern.

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Zu den Holzkirchen in Krivé, Hervartov (Herbertsdorf) und Lukov auf dem Wege zwischen Bardejov (Bartfeld) und Kezmarok (Kesmark) östlich der Hohen Tatra. Die griechisch-katholische Kirche im Dorf Krivé ist dem Apostel und Evangelisten Lukas gewidmet. Auch dieses Blockhaus ruht auf einem Steinfundament. Der Glockenturm über dem Vorraum gipfelt in der Barocklaterne mit Mohnkopf und Kreuz.

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Die Geschichte des Dorfes Hervartov (Herbertsdorf) geht bis ins 14. Jahrhundert zurück und war stets mit den Geschicken der Stadt Bardejov verbunden. Die röm.-kath. Holzkirche gehört zu den Kunstdenkmälern der Region. Die Architektur ist über die Jahrhunderte trotz der zahlreichen Renovierungen erhalten geblieben, vor allem die Wandmalereien des 17. Jahrhunderts im Kirchenschiff. Ein Flügelaltar von 1524 befindet sich im Museum von Bardejov.

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Diese griechisch-katholische Holzkirche über dem Dorf Lukov-Venécia wurde im Jahr 1708 von einem polnischen Dorf hierher übertragen, und wurde den Heiligen Kosmas und Damian gewidmet. Zu Ehren der Dreieinigkeit erheben sich drei Türme mit Kreuzen auf dem mit Holzschindeln bedeckten Kirchendach. Die älteste der drei Glocken in dem massiven Trum stammt aus dem Jahr 1755. Eine Seltenheit unter den Holzkirchen in der Slowakei ist ein Keller unter dem Altarraum.

Das Blockhaus mit der vertikalen Ummantelung von Holzbrettern steht auf einem Steinfundament.
Die Ikonostase folgt den Regeln der Ikonenmalerei. Von links nach rechts sind der hl. Nikolaus, die hl. Gottesgebärerin, Christus als Lehrer und die hl. Kosmas und Damian dargestellt.
Die mittlere Tür mit zwei holzgeschnitzten Flügeln wird die "Königstür" genannt, an der die vier Evangelisten dargestellt sind. Darüber sehen wir die Ikone "Das Mandylion" - ungewöhnlich, denn an diesem Platz befindet sich sonst das letzte Abendmahl.
Die dritte Ikonenreihe wird Deésis, d.h. Fürsprache genannt. In der Mitte thront Christus umgeben von Apostelpaaren in der Fürsprachehaltung Christus zugewandt. Darüber stehen am Kreuz Christi seine Mutter und der Evangelist Johannes.

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