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Türkei

Türkei mit der Hauptstadt Ankara
Türkei mit der Hauptstadt Ankara
Die 500 m lange und 11 m breite Straße war die wichtigste Verbindung zwischen Hafen und Theater. Mit Helmtraud 1965 auf der "Arkadiane" in Ephesus.

1956 auf großer Fahrt nach Jerusalem  -

an den Küsten der Ägäis durch die West-Türkei

zu den antiken Stätten Ephesus und Selcuk,

Priene, Didyma und Milet,

Sardes, Pergamon und Troja.

 

Außer den Durchfahrtländern (Österreich, Jugoslawien, Bulgarien) wurde kein Land so oft von mir besucht wie die Türkei. Das ist mit der reichen Kultur der das Gebiet seit mehr als dreitausend Jahren bewohnten Völker, den heutigen freundlichen Türken sowie der Durchreise in die östlichen Länder begründet. Während der Reisen durch das Land per "Autostop" seit 1955, dann auf der 500er BMW, schließlich mit dem VW-Käfer und später mit einem VW-Bus, in den Jahren 1966-69 als Reiseleiter, ab 1970 mit eigenem Hotelbus bis zur Teilnahme als Reisegast 2011 kann ich sagen, daß ich alle bekannten Routen bis zu den Grenzen von Armenien, den Iran und Syrien kennen gelernt habe und durch die Erinnerungen an das Erlebte leicht ins Schwärmen gerate. Diese Touren sind mit einigen Bildern in die verschiedenen Türkeiregionen aufgeteilt.

Im Jahre 1965 fuhren wir mit dem VW-Bus (auf den Spuren des Apostel Paulus)  noch  auf der Hafenstraße - der "Arcadiane" von Ephesus - bis vor das Theater. Vieles hat sich seit dem verändert. Es kamen neue Ausgrabungen hinzu, das Museum im nahen Selcuk ist mit kostbaren Funden schöner und interessanter geworden, aber der seinerzeit malerische Hafenort Kusadasi ist (milde ausgedrückt) nicht wiederzuerkennen.

Die bislang ältesten Spuren menschlicher Besiedlung im Gebiet von Ephesus entdeckte man auf dem Cukurici Höyük aus dem 7./6. Jahrtausend. Spätestens seit der Frühbronzezeit (3. Jahrtausend) war der Ayasoluk-Hügel bewohnt, der damals mit seinen Felsabhängen direkt an der Küste lag. Die heutige Ebene wurde seit der Antike vom Fluß Kaystros (türkisch: Kücük Menderes) angeschwemmt.

Während des 11. Jahrhunderts eroberten Siedler vom griechischen Festland im Zuge der Ionischen Wanderung die Küste Kleinasiens. Der am Hadrians-Tempel (auch im Museum von Selcuk) befindliche Gründungsmythos berichtet auf einem Fries von einem legendären attischen Königssohn namens Androklos, der Ephesus den einheimischen Karern und Lydern entrissen habe. Das Zentrum der Stadt blieb auf dem Ayasoluk, aber im 8. Jahrhundert gründete man um den Panayirdag weitere Siedlungen, die unter den heutigen Ruinen von Ephesus teilweise ausgegraben wurden. Die unabhängige Polis (Stadtstaat) Ephesus wurde im 7. Jahrhundert von den Lydern bedrängt, und nach 560 eroberte der Lyderkönig Kroisos die Stadt. Dann eroberten die Perser das Reich der Lyder, bis Alexander der Große im Jahre 334 v.Chr. auch Ephesus seinem Großreich einverleibte. Den nächsten Einschnitt in der Stadtentwicklung setzte der Alexandernachfolger Lysimachos, der die Bewohner in die Senke zwischen Panayirdag und Bülbüldag umsiedelte, wo wir heute durch das ganze Ruinenfeld wandern.

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Das Foto von 1965 zeigt das "Große Theater" mit Blick zur angeschwemmten Ebene des Kücük Menderes. Die Anlage geht auf einen hellenistischen Vorgängerbau des 3.-1.Jh.v.Chr. zurück.In römischer Zeit erfuhr das Theater eine umfangreiche Neugestaltung mit einer Prunkfassade.
Neben den Theateraufführungen diente es auch Versammlungen. Für die spätere Kaiserzeit sind Gladiatorenkämpfe nachweisbar. Noch vor dem 7. Jahrhundert wird das Theater in die byzantinische Stadtmauer eingebunden. Im Vordergrund liegen die Gebäudeteile des Gymnasiums. (Dez.2011)
Im Museum von Selcuk stehen die im Ruinenfeld gefundenen Artemis-Statuen und die kleine Nachbildung des Artemis-Tempels -
mit der sog. "Großen Artemis" im Tempel, von dem wie bekannt nichts erhalten blieb.
Die sog. "Schöne Artemis" wurde bei den Säulen des Prytaneions ausgegraben. (Museum Selcuk)
Die "Große Artemis" im Ephesus-Museum in Selcuk.
Die "Römische Artemis" im Museum von Neapel, Sammlung Farnese (Italienreise 1967).
Artemis an einer Stele auf der Prozessionstraße in Ephesus.
An dieser Stele in Ephesus ist die Artemis noch zu erkennen.
Auf der Arkadiane ging auch "Paulus" an den Säulen entlang zum Hafen.
Abseits liegen die Ruinen der Marienkirche von Ephesus, einer der großen Kirchen mit dem Taufbecken. Hier fand im Jahre 431 das Konzil statt, bei dem der Titel Marias als "theotokos" - Gottesgebärerin - bestätigt wurde. Auf dem "Bülbüldag" (Nachtigallenberg) oberhalb von Ephesus befindet sich das Wohn- und Sterbehaus Marias, der Mutter Jesu. 1896 erklärte Papst Leo XIII. das wieder aufgebaute Haus zum Wallfahrtsort. Sein Nachfolger, Pius X., gewährte den Pilgern einen Ablass von Sündenstrafen. Papst Paul VI. besuchte den Wallfahrtsort am 26. Juli 1967, Papst Johannes Paul II. war am 30. November 1979 hier, und Papst Benedikt XVI. am 29. November 2006. Jedes Jahr findet in dem Haus zu Mariä Himmelfahrt am 15. August ein Gedenkgottesdienst statt. Auch viele Muslime verehren dort die "Mutter des Propheten Isa ibn Maryam". Johannes soll die Gottesmutter Maria um 37-48 nach Ephesus gebracht haben, wo sie im Meryemana (Haus der Jungfrau Maria) ihre letzten Lebensjahre verbrachte.

Die Fundamente des Hauses stammen aus dem 1. Jh. und wurden im 19. Jh. nach der visionären Beschreibung der Anna Katharina Emmerich (8.9.1774-9.2.1824) wiederentdeckt und die Kapelle darauf neu gebaut.
Heutzutage wird der Wallfahrtsort rund um die Uhr bewacht. Das gab es bei meinen ersten Reisen nicht. Der türkische Soldat in der Mitte sprach fließend englisch, es hatte seine Jugend vor Rückkehr in die Heimat in Texas verbracht.
Die heutige Verehrung dieser Stätte geht zurück auf die Visionen der Nonne Katharina, nach deren Hinweisen der Superior der Lazaristen in Smyrna 1891 eine Kommission nach Ephesus sandte, die tatsächlich die Hausruinen fand.
Inneres der Marien-Wallfahrtsstätte, Foto im Dezember 2011.
In früheren Jahren banden die Gläubigen ihre Wünsche mit bunten Bändern in einen Baum, nun liegt dieser Ort der hunderttausend Wünsche unterhalb der Kapelle nahe einer Quelle.
Marienstatue im Garten.
Wünsche der vielen tausend Besucher . . .
aus aller Welt.
Freigelegtes Taufbecken aus frühchristlicher Zeit.
Johannes-Basilika auf dem Burghügel in Selcuk.

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Im Zuge der Diadochenkämpfe nach dem Tod Alexanders gliederte man die Stadt Ephesus ab 300 v.Chr. in das Reich des Lysimachos ein. Um 294 v.Chr. begann man mit dem Bau einer 9 km langen, die gesamte Stadt umfassenden Befestigungsmauer, welche die Nordhänge des Bülbüldag sowie Teile des Panayirdag einschlossen. Die Stadt bestand aus einer Unterstadt mit dem Hafen und einer auf dem Plateau gelegenen Oberstadt. Diese beiden Stadtteile, die wir mit den nachfolgenden Bildern darstellen, verbindet bis heute die Kuretenstraße im Verlauf eines alten Prozessionsweges.

In der Unterstadt befand sich mit dem Theater und einem Stadion auch der emsige Handelsmarkt "Tetragonos Agora", in der Oberstadt richtete man mit der oberen Agora (Staatsmarkt), dem Prytaneion und dem Bouleuterion das politische Zentrum ein. Die Wohnstadt entwickelte sich an den Hängen der beiden Stadtberge und vor allem auf dem Plateau rund um die Agora.

Lokal produzierte Waren und ihre Verbreitung im Mittelmeerraum belegen die zunehmende Bedeutung von Ephesus im 2. und 1. vorchristlichen Jahrhundert, welches dann unter römischer Herrschaft zur Metropolis Asiae werden sollte.

Das an der Rückwand des Bühnengebäudes des Großen Theaters gelegene Brunnenhaus ionischer Ordnung stammt aus hellenistischer Zeit. Eine Inschrift an einer der unkannelierten Säulen besagt, daß das hier gesammelte Wasser aus dem Fluß Marnas hergeleitet wurde.
In den Ruinen des um 125 n.Chr. errichtete Theatergymnasium liegen viele Teile von Architraven mit Löwenköpfen. Der im Süden gelegene offene Hof (Palästra) diente der körperlichen Ertüchtigung wie auch der geistigen Beschäftigung.
Anderen Tierdarstellungen wie der Löwe . . .
der Stier,
befinden sich an den Architraven und Kapitellen,
wie auch ein Ziegenbock umgeben von den typisch römischen Fruchtbarkeitssymbolen.
Stierkopf und Blumengirlanden an einem Kapitell vor der Celsus-Bibliothek.
Sarkophage mit den Ruinen der einstigen großen Marienkirche beim Hafen.
Die Sarkophage zeigen unterschiedliche Dekorationen (Museum Selcuk).
Medusenhaupt und Früchtekranz.
Römischer Sarkophag, Museum Selcuk.
Detail am Sarkophag.
Detail am Sarkophag.
Gladiator auf Steinsockel.
Gladiator, Museum Selcuk.
Gladiator, Museum Selcuk.
Gladiator
Gladiatoren auf Säule im Ruinenfeld.

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Nachdem die Ruinenlandschaft von Ephesus bereits in Reiseberichten des 17.-19. Jahrhunderts Erwähnung fand, waren es die Engländer, die mit der archäologischen Erforschung von Ephesus begannen. Sie fanden erstmals 1869 die Fundamente des Artemis-Tempels. Nach 1895 erhielten die Österreicher vom Archäologischen Institut Wien die vom Gastland vergebene Grabungslizens und sind seit dem mit den Ausgrabungen und Instandsetzungen beschäftigt.

Das Grabungsteam aus Österreich und Besucher im Jahre 1928.
Grabungen bei der oberen Agora und den Termen im Jahre 1927.
Die freigelegte Straße vor dem Odeon zu den röm. Termen . . .
und am gleichen Ort im Jahre 2011 bei der oberen Agora. Diese römische Badeanlage befindet sich an der Stelle eines früheren hellenistischen Gymnasiums.
Die Baderäume sind an der Nordseite teilweise aus dem Fels gearbeitet. Ein im Westen gelegenes Caldarium wurde mit sieben Badebecken freigelegt, ferner die Hallen mit Mosaikfußböden.
Im noch nicht ausgegrabenen südlichen Teil vermutet man eine Palästra, die der körperlichen Ertüchtigung diente. Im Gelände liegen die Wasserrohre der Termen mit Blick zur oberen Agora.
Blick vom Bülbüldag über die Agora (Staatsmarkt) zum Bouleuterion und dem Prytaneion links neben dem kleinen Theater, wo man die "Schöne Artemis" fand.
Das Bouleuterion war Tagungsort des Rates sowie Ort der musischen Aufführungen und Wettbewerbe. Das einst überdachte halbkreisförmige Auditorium ist mit einer Bühnenwand verbunden.
Der um 100 n.Chr. errichtete Bau erhielt um 150 n.Chr. eine neue Bühnenwand, an der eine Porträtgalerie der kaiserlichen Familie aufgestellt und Briefe des Kaisers Antoninus Pius (138-161 n.Chr.) angebracht waren.
Schon im 1. Jh.v.Chr. wurde in dem Sattel zwischen den beiden Stadtbergen eine Platzanlage angelegt, die dann von Säulenhallen umgeben war.
Dieser sog. "Staatsmarkt" war seit dem Kaiser Augustus (27 v.-14 n.Chr.) das politische Zentrum der Stadt.
Vielleicht hat diese Katze einen Vorfahren im Stammbaum, der schon von Kaiser Justinian (527-565 n.Chr.) gestreichelt wurde.
11 n.Chr. stiftete Sextilius Pollio eine zweigeschossige, dreischiffige "Basilike Stoa" (Königliche Halle) ein Gebäude ionischer Ordnung mit 67 Säulen an der Front.
Die Kapitelle zeigen Stierköpfe . . .
oder florale Ornamente mit den Akanthus-Blättern. Aus dem Sockelbau im Osten stammen monumentale Sitzstatuen des Kaiserpaares Augustus (27.v.-14. n.Chr.) und Livia, die heute im Ephesus-Museum in Selcuk ausgestellt sind. Alljährlich wurden zu Ehren der Artemis, der Stadtgöttin von Ephesus, feste veranstaltet, die man in der Antike "Artemisia" oder "Ephesia" nannte. Im Mittelpunkt des mehrtägigen Festes standen die von Opfern begleiteten Prozessionen, umrahmt von sportlichen und musischen Wettkämpfen. Die Prozession, bei der das festlich bekleidete und geschmückte Kultbild der Artemis mitgetragen wurde, diente gleichsam als Besuch der Göttin in der Stadt, deren Tempel außerhalb lag. Der Festzug führte vom Artemision (beim heutigen Selcuk) zum Magnesischen Tor, am Staatsmarkt vorbei über die Kuretenstraße zum Großen Theater und entlang dem Gymnasium und Stadion zurück zum Artemision.

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Säulen des Prytaneions (westlich des Bouleuterions) kennzeichnen den an drei Seiten eingefaßten Hof des Amtssitzes der obersten Stadtbeamten. Der Hauptraum diente öffentlichen Ehrenspeisungen und war Ort des heiligen Feuers der Göttin Hestia.
Im Areal des Prytaneions waren die vier römischen Nachbildungen der Artemis aufgestellt. Die sog. "Schöne Artemis" bei ihrer Auffindung, die heute ihren Ehrenplatz im Museum von Selcuk einnimt.
Die Kuretenstraße verläuft dem alten Prozessionsweg durch die hellenistisch-römische Stadt 210 m lang und wurde schon in der frühen Kaiserzeit mit Säulenhallen und Marmorpflasterung gestaltet. Unter dem 6-10 m breiten Boulevard verläuft ein Wasserkanal.
Hinter den tiefen Portiken lagen Tavernen, in denen Geschäftsleute, Handwerker und Wirte ihre Waren und Dienste anboten, und auf dem Pflaster einem Spiel nachgingen.
Spiel auf einem Marmortisch (Museum Selcuk)
Auch die Münzen zum Spiel wurden gefunden.
Eine Münze mit dem Abbild der Stadtgöttin Artemis, römisch: Diana (Museum Selcuk).
Der siebenarmige Leuchter "Menora" wurde in eine Marmorstufe eingeritzt.
Die Steinmetze hinterließen ihr Markenzeichen.
Entlang der Straße war vor jeder Säule ein Inschriftensockel Träger einer Marmor- oder Bronzestatue, durch die man die Verdienste von Bürgern und Wohltätern ehrte.
Die noch in spätrömischer Zeit errichteten Säulenhallen zeigen aus dem 6.-7. Jahrhundert diese Mosaikfußböden.
Durch die Errichtung eines "Heraklestor" an der abschüssigen Straße wurde die Allee zur Fußgängerzone. Detail des Herakles-Tores.
Wagenspuren gibt es nicht, aber viele friedliche Katzen.
Mosaik der byzantinischen Vorhalle.
Mosaik
Mosaik
Mosaik im freigelegten Hanghaus, Medusa mit Schlangen im Haar.
Dieses Fußboden-Mosaik im Hanghaus 2 zeigt Dionysos in der Wohneinheit 3.

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Das ganze Hanghaus beherbergt den umfassendsten Komplex kaiserzeitlicher Mosaikfußböden in der Westtürkei. Die vom beginnenden 1. Jahrhundert bis zur 1. Hälfte des 3. Jh. n.Chr. entstandenen Böden sind vorwiegend schwarzweiß und geometrisch dekoriert (siehe die Räume beim Hanghaus) mit einem deutlichen Bezug zur Mosaikkunst in Italien. Die wenigen bunten, figürlichen Mosaiken der Wohneinheit 2 und 3 des besuchten Hanghauses stellen u.a. Triton und Nereide, Dionysos, das Medusenhaupt und den Löwen dar.

Der "Hadrianstempel" an der Kuretenstraße wurde von Vedius Antoninus Sabinus als kleines tempelähnliches Monument gestiftet, welches laut einer Bauinschrift den Kaiser Hadrian (117-138 n.Chr.) huldigt. Die dem Kultraum vorgeblendete Säulenstellung trägt einen sog. syrischen Giebel. Die Reliefs über dem Türsturz stammen von einem spätantiken Umbau, und stellen den Gründungsmythos der Stadt Ephesus dar. Um 300 n.Chr. wurden auch die Statuen der Kaiser Diokletianus, Constantius, Maximianus und Theodosius I. errichtet, deren beschriftete Basen erhalten sind.

Hadrianstempel
Hadrianstempel
Hadrianstempel
Detail des Frieses mit dem Gründungsmythos der Stadt Ephesus.
Detail, Nachbildung am Eingang.
Fries, Original im Museum Selcuk.
Fries.

Hinter dem Tempel erreichte man durch die "Akademiegasse" die öffentliche Latrine. Diese frei zugängliche Toilette diente der Stadtbevölkerung wie auch den Besuchern des angrenzenden Variusbades. Die Sitze der Latrine sind an drei Seiten um einen offenen Säulenhof angeordnet. Davor floss in einem Kanal das Frischwasser, das der Reinigung diente.

In den meisten der großen Römerstätten rund ums Mittelmeer findet man derartige Gemeinschaftstoiletten.

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Das ursprünglich dreigeschossige Tor kennzeichnet die Abzweigung der Prozessionsstraße nach Ortygia. Rechts steht die Celsus-Bibliothek.
Die breite Durchfahrt des Torbaus, dessen Obergeschoss an das Hadrianstor in Athen erinnert, rahmten zwei schmälere Durchgänge.
Das "Hadrianstor" wurde bereits 117 n.Chr. begonnen und nach einem Erdbeben 270 n.Chr. wiederhergestellt. An den Seitenjochen befanden sich Wasserbecken. Auf dem Schlußstein des mittleren Torbogens befindet sich diese Schrift, Er liegt noch am Boden, während andere Teile des Tores durch Spenden 1986-1990 wieder aufgebaut wurden. In der Nähe befand sich ein quadratischer Sockel mit einer Grabkammer, in der eine junge Frau in einem Marmorsarkophag bestattet war. Über dem Sockel erhob sich ein achteckiger Bau, ein Oktogon, mit Cella und Säulenumgang in korinthischer Ordnung. Die Grabinhaberin war vermutlich Arsinoe IV., die in Ephesus ermordete jüngste Schwester der Kleopatra. Ferner befand sich nicht weit entfernt das sog. "Heroon des Androklos", ein Monument mit Wasserbecken, weshalb das Bauwerk lange als "byzantinischer Brunnen" galt, doch wahrscheinlich zu Ehren des mythischen Stadtgründers Androklos im 1. Jh.v.Chr. errichtet wurde.

Die "Celsusbibliothek, sicher das bekannteste Monument in Ephesus, wurde zwischen 100 und 110 n.Chr. von Gaius Iulius Aquila für seinen Vater, den Senator Tiberius Iulius Celsus Polemaeanus, gestiftet. Die Bibliothek ist eigentlich als Heroon zu verstehen, das über der Grabkammer des Verstorbenen errichtet wurde. Über eine neunstufige Freitreppe erreicht man die Vorhalle, von der aus der Bibliotheksraum betreten wird. Ein Erdbeben um 270 n.Chr. zerstörte die Bibliothek und wurde nicht wieder aufgebaut. In der Spätantike dienten die Reste der Prunkfassade als Rückwand eines Brunnens. Erst in den Jahren 1970-78 erfolgte die Rekonstruktion. Durch das rechts angebaute Stadttor gelangt man zur großen Agora. Dieses reich ornamentierte "Südtor" entstand im Jahr 2 v.Chr. mit der abwechslungsreichen Fassade mit Bogen und Balken. Die Wiedererrichtung fand in den Jahren 1982-88 statt.

Die Tabernakelarchitektur der Fassade kontrastiert mit der Ziegelbauweise im Inneren des Gebäudes -
auch wenn dessen Böden und Wände mit Marmor verkleidet waren.




Auf der Attika mit der Bauinschrift standen in antiker Zeit die Statuen der kaiserlichen Familie.
Die schmucklose Nordseite des Südtores war in die Agorahalle eingebunden. Entlang dem Handelsmarkt verläuft eine marmorgepflasterte Straße bis zum Großen Theater.
Die "Tetragonos Agora" - Handelsmarkt - wurde im 3. Jahrhundert v.Chr. gegründet. Unter Kaiser Augustus (27 v.-14. n.Chr.) entstand ein quadratisches Ensemble mit 154 m Seitenlänge, einem zentralen Hof mit diesen allseitig umgebenden Hallen, Geschäfts- und Amtslokalen, sowie drei Toren.
Nach einem verheerenden Erdbeben Ende des 4. Jahrhunderts entstand ein kompletter Neubau unter Verwendung anderer Baukörper aus ganz Ephesus, weshalb viele unterschiedliche Architekturteile auf dem Gelände verstreut liegen.
Als Warenumschlagplatz trug der Hafen maßgeblich zum Wohlstand der Stadt bei. Erstmals wurde sein Becken unter dem pergamenischen König Attalos II. (159-138 v.Chr.) künstlich eingefaßt. Sein heutiges in der Landschaft ablesbares Erscheinungsbild geht auf die Zeit der frühen römischen Kaiser zurück.
Der Hafen war durch einen Kanal mit dem Meer verbunden, der beidseitig von Gräbern gesäumt wurde. Diese Prachtstraße führte direkt bis zum Großen Theater in die Stadt. Die früheren Magazinhallen und drei monumentale Tore sind verschwunden.

Einer von den in Ephesus aufgestellten Meilensteinen aus diesem Gebiet des damaligen Römischen Reiches. Stop bei einer Römerstraße - siehe auch die Reise-Erinnerungen von Syrien.

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Die am Nordhang des Bülbüldag (Nachtigallenberg) erhaltenen Besiedlungsspuren reichen bis in die archaische Zeit (7.-6. Jh.v.Chr.) zurück, als das Areal als Begräbnisstätte diente. In der hellenistischen Zeit um 200 v.Chr. entstanden Terrassierungen mit voneinander getrennten Wohneinheiten. So bezeichnet man heute diese große überdachte Insula - Häuser für mehrere Parteien - als Hanghaus.

Die untere Nordfront des Hanghauses grenzt an die Kuretenstraße, während die Insula seitlich von zwei Gassen flankiert wird, die einen Höhenunterschied von 27,5 m überwinden.
Unter dem gläsernen Schutzdach steigt man auf drei Terrassen durch die Wohneinheiten mit ihren charakteristischen Höfen, Säulenumgängen und den Bädern.
In mühsamer Arbeit werden die marmornen Böden und Wände rekonstruiert.
Die Wasserver- und entsorgung der Bäder war durch Schachtbrunnen oder ein weit verzweigtes Kanalsystem gewährleistet.
Das Zusammenfügen der Scherben - ein Puzzelspiel. Die schwarzweißen Mosaikfußböden sind in gutem Zustand.
Eine restaurierte Nische im Badehaus.

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P r i e n e

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M i l e t

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Mit seiner Länge von 120 m und einer ursprünglichen Höhe von 25 m war das "Didymaion" einer der größten Tempel der Antike. Noch heute zeugen die erhaltenen Ruinen von der architektonischen Leistung, jedoch wurde der Tempel nie vollendet. Von den geplanten 122 Säulen standen 72 aufrecht, aber nicht alle waren ausgearbeitet, so fehlt z.B. bei einigen Säulen die Kannelierung.

Das Zentrum des Apollonheiligtums aus dem 6. Jahrhundert v.Chr. war die in einer Senke gelegene Orakelquelle. Am Hang befand sich ein offener Hallenbau zur Aufnahme von Weihgeschenken, mit denen das gesamte Heiligtum angefüllt gewesen sein muß.

Zum Kultgeschehen am Apollontempel von Didyma gehörten auch Prozessionen auf der 24 km langen Heiligen Straße von Milet und ein jährliches Fest, welches in frühen Jahren von sportlichen und musischen Wettkämpfen begleitet war. Aus dieser Zeit wurden einige Basen mit eingravierten Texten im Gelände aufgestellt. Bei den Athleten sind Ringkämpfe und Laufwettbewerbe belegt, darunter ein nur in Didyma vorkommender Fackellauf. Der Austragungsort für die sportlichen Disziplinen war das Stadion an der Südseite des Tempels, wo heute die Bauteile der byzantinischen Kirche aus dem Hof des Tempels abgelegt sind.

Die Mauer, die heute den Bereich des Tempels umfaßt, wurde von den Ausgräbern im 20. Jahrhundert zum Schutz errichtet. (Foto des Planes vor dem Heiligtum).
Auf dem Platz vor dem Tempel (rechts) befand sich ein Rundbau, dessen Fundamente zu erkennen sind, wie auch die umgestürzte Säule links hinter dem Heiligtum.
Bis zum abschließenden Gebälk war bis in die Römerzeit nur die Frontseite fertig gestellt. Umgeben sind die Ruinen von alten Olivenbäumen.
An den Zweigen des von den Griechen und Römern verehrten heiligen Baumes hängen im Herbst die schwarzen Oliven.
Im Tempelgelände befinden sich zahlreiche Urkundensteine mit Texten zur Baugeschichte.
Mit der Errichtung des hellenistischen Tempels wurde eine Terrasse angelegt, bei der die Bauteile eines früheren archaischen Tempels Verwendung fanden.
Die Säulen stehen auf reich profilierten Basen, die in der vorderen Reihe zusätzlich mit Reliefs geschmückt sind.
Als Bekrönung dienen ionische Volutenkapitelle. Die Trommeln dieser beiden aufrecht stehenden Säulen sind kanneliert.
Die hohe Qualität des Bauschmucks lässt sich an den erhaltenen Stücken erkennen. Auf dem dreigeteilten Architrav lag ein Fries mit Medusenköpfen.
Die Kannelierung wurde an den aufgestellten Säulentrommeln vorgenommen. Diese Vollendung fehlt an dieser Säule.
Beim Bau des neuen hellenistischen Tempels im 4. Jh. v.Chr. entstand die imposante Vorhalle, durch welche man Zugang in den Hof findet.
Die Wände um den heiligen Quellenhof stehen heute nur noch zu einem Drittel ihrer ursprünglichen Höhe.
Statt eines überdachten Raumes umschließt eine Säulenhalle den offenen Hof, in welchem nur die Orakelquelle von einem Brunnenhaus eingefaßt war.
Im 5./6. Jahrhundert n.Chr. wurde eine byzantinische Kirche in den Hof eingebaut, deren Reste bei den Ausgrabungen entfernt wurden, wie dieses frühere Bild zeigt.
Nach dem gefundenen Teil eines Bronzegafäßes entstand diese Rekonstruktion einer Opferschale.
In den Hallen waren Waffen, Weihegefäße, Statuen und Reliefs aufbewahrt.
Ein tonnenschweres Kapitell neben dem Tempel.
Eine nicht kannelierte umgestürtzte Säule.
Das Fundament des Tempels von Didyma.



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Aus dem Westen von Troja kommend führt die Straße über das Ida-Gebirge an den Golf von Edremit und durch die weiten Olivenbaumplantagen nach Pergamon. Schon von der heutigen Vorstadt aus erblickt man den Burgberg, und der erste Besuch gilt den Ausgrabungen eines Äskulap-Heiligtums mit der Heiligen Straße, die noch nicht freigelegt bis zum Burgberg führt. Die oberste Kuppe der Burg war schon im 5. und 4. Jahrhundert v.Chr. befestigt. Durch Philetairos (282-263 v.Chr.) wurde die Stadtmauer weit in den Süden erweitert. Das Gebiet der ersten Stadt befand sich auf halber Höhe des Burgberges, noch oberhalb des späteren Gymnasiums. Auch das bereits bestehende Demeter-Heiligtum blieb außerhalb der Mauern.

Eine größere Expansion mit höchster Blüte erfuhr die Stadt unter Eumenes II (197-159 v.Chr.). Die Stadtmauer mit vielen turmflankierten Toren erstreckte sich nach Süden und Westen bis an den Rand der Ebene mit 4 km Länge. Eine gepflasterte Straße ging vom Süden durch die Stadt bis zum Tor der Oberburg, zur glänzenden Residenz der Könige.

Im Jahre 1956 bearbeitete ein Landwirt seinen Acker im Hochland mit dem Holzpflug.
Ein Bauer kam vom Feld und half bei einer Reifenpanne südlich von Troja.
Mühsame Feldarbeit im Hochland des Idagebirges.
Dreschplatz an den Hängen des Idagebirges mit Blick zum Golf von Edremit.
Blick zum Burgberg Pergamon von der teils ausgegrabenen Straße im Äskulap-Heiligtum.
Heilige Straße
Palast- und Mauerruinen auf dem Burgberg mit Blick nach Süden.
Stausee im Osten des Burgberges.
Das steilste Theater der Antike am Westhang. Die Bäume kennzeichnen den Ort des Pergamon-Altars.
Blick nach Norden.
Theater 1965.
Türkenjunge 1965 auf dem Kapitell an der hl. Straße.
Seit dem Jahre 2011 kann der Besucher den Burgberg mit der Godelbahn erreichen.
Godelbahn
Die antike Straße führt über den Burgberg.
Zisterne

Auf einer Reise durch die Länder des Balkans mit der anschließenden Türkei, wird man zwischen Edirne und Istanbul nach Süden über Galipoli zu den Dardanellen abbiegen, um dann mit der Fähre über den "Hellespont" nach Canakkale überzusetzen. Von hier sind es nur wenige Kilometer bis zum "Hisarlik" genannten Hügel mit der weltberühmten Ausgrabung der von Homer geschilderten Stadt Troia, dem alten Ilios südlich der Meerenge der Dardanellen. Die Ruinenstadt liegt auf dem Ausläufer eines Kalksteinplateaus nur 6 km von der Ägäisküste und 4,5 km vom Hellespont entfernt und gilt als kulturelles Erbe der Menschheit.

Der Kaufmann Heinrich Schliemann war nach intensivem Studium der Ilias davon überzeugt, daß die von Homer beschriebene Stadt in dieser Gegend aufzufinden sei. Bereits vor ihm hatte Frank Calvert erkannt, daß der Hügel "Hisarlik" im Verlauf vieler Jahrhunderte künstlich entstanden war, und führte von 1863-1865 kleinere Grabungen durch.

Ausgrabungen in größerem Stil fanden dann von 1871-94 statt, die  bis 1890 unter der Leitung von Schliemann standen. Nach seinem Tod führte der Mitarbeiter Wilhelm Dörpfeld die Grabungen bis 1894 weiter. Auch  Rudolf Virchow, der Prähistorische Archäologe, unterstützte (wie auch Carl Blegen von der Universität Cincinnati) die Troja-Forschung. Schon bald unterschied man bei den Grabungen die verschiedenen Schichten und stieß auf die Mauern von "Wilusa", wie die Festung von den Hethitern genannt wurde, die ihr Reich bis an die Küste der Ägäis ausgedehnt hatten. Im Grabungsgebiet liegen heute die Spuren von neun Siedlungen übereinander.

Schon um 2500 v.Chr. kreuzten sich in Troja die Handelswege am Schnittpunkt von Orient und Okzident und machten den Ort zur Drehscheibe in der antiken Welt.

Wir blicken hier auf die Ostmauer des griechisch-römischen Tempelbezirks von Troja VIII-IX und befinden uns in der Zeit vom 3. Jahrhundert v.Chr.- 500 n.Chr. (Zeichnung im Gräberfeld).
Die Schichten von Troja I-IX. Schliemann entdeckte 7 übereinander liegende Städte, zu denen zwei weitere durch den Archäologen Dörpfeld hinzu kamen.
An der Burgmauer von Troja-Ilios mit dem später angebauten Turm.
Ostturm Troja VI. Das Schutzdach auf der Höhe überspannt ein rechteckiges Gebäude, ein Megaron.
Oberhalb der Ostmauer liegen die Fundamente von Häusern
Eingang in die Burg
Treppen auf die obere Terrasse
Aufgang zum Nordost-Turm mit Blick in die Ebene des Skamender-Flusses.
Mauereck
Blick nach Osten zur noch nicht freigelegten Vorstadt außerhalb der Burg.
Auf dem Plateau der früheren Burg liegen die Reste des griechisch-römischen Tempels der Athena. Dieser Kalkstein wurde bereits zur weiteren Verwendung geraubt, bevor Schliemann seine Ausgrabungen begann.
Marmor-Bauteile der Kassettendecke vom Athena-Tempel. Auf dem Gebälk des Tempels waren einst Reliefplatten angebracht, von denen die berühmteste eine Darstellung des Apollon - Helios zeigt, die sich in Berlin befindet.
Unter dem Schutzdach sind neben einer Rekonstruktion aus handgeformten und gebrannten Lehmziegeln auch originale Lehmziegelsubstanzen erhalten. Durch Einwirkung von Feuer entstand an der Mauer eine Rotfärbung.
Im Inneren der Burganlage befindet sich ein in den Jahren 1998/99 ausgegrabenes Vorhallengebäude aus Lehmziegeln auf Steinfundament. Das Schutzdach wurde 2003 errichtet und kennzeichnet den höchsten Punkt des alten Troja.
Das ausgegrabene Troja I (3000-2500 v.Chr.) war eine befestigte Stadt, deren Grundmauern in Fischgrätentechnik gefunden wurden. Der Blick durch diese Freilegung geht zu den Dardanellen.
Die daneben errichtete Burg Troja II (2500-2100 v.Chr.) bestand aus Mauern mit drei Toren, einigen Türmen und Lehmbauten.
In der Mitte eines Mauerrings befand sich der Königspalast mit verschiedenen Megarons, bei denen in der Mitte ein Herd stand. Die gefundenen Keramiken, Gewichtssteine und Werkzeuge lassen die genaue Zeit feststellen.
Reste eines Megarons von Troja II. Auf den Unterbau aus Steinen waren Lehmbauten mit Holzbalken errichtet, deren Spuren Aufschluß für die Zerstörungen gaben.

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