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Ukraine

Ukraine mit der Hauptstadt Kiew
Ukraine mit der Hauptstadt Kiew

Noch in den 80ger und 90ger Jahren verlief ein Besuch von Odessa am Schwarzen Meer völlig anders wie in heutiger Zeit. Damals war ein Visum von der Sovjet Union aus Moskau vorgeschrieben und durch die Stadt wurden wir von zwei Intourist-Reiseleiterinnen (eine aus Moskau, die zusätzliche aus Odessa) unter strenger Aufsicht durch die Schwarzmeer-Metropole geführt. Heutzutage reist man auf verschiedenen Wegen nur mit gültigem Reisepass in die Ukraine ein und kann sich völlig frei bewegen, die Unterkunft selbst buchen und essen oder einkaufen wo immer man den Wunsch dazu hat. Die Erinnerungsfotos stammen von einem Wiedersehen der durch die Kriege leidgeprüften Stadt vom Oktober/November 2007.

Das wiedererstandene Denkmal der Zarin Katharina II. Erst im November 2007 als neues Denkmal eingeweiht

 

Odessa ist eine junge Stadt. Zwar liegen die Ursprünge in einer im 11. Jh. zerstörten Siedlung, doch ihre Bedeutung als Hafen am Schwarzen Meer erlangte sie erst durch die Eroberung durch die Russen und Kosaken unter der Zarin Katharina II. 1789, die um 1794 einen Kriegs- und Hadelshafen anlegen ließ. Besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zog der Bauboom viele Architekten aus den europäischen Ländern hierher. Einen wesentlichen Anteil des Aufschwungs bewirkte Graf Michajl Woronzow (1782-1856), russ. Offizier und Politiker, Generalgouverneur von Neurussland und Bessarabien, Vizekönig des Kaukasus, von Zar Alexander II. zum Feldmarschall ernannt. Durch den Seehandel waren die Stadtbewohner zu Wohlstand gekommen.

Das Denkmal am Katharinen-Platz zeigt die Gründerin der Stadt. In der Sovjetzeit stand dort Karl-Marx, dann seit 1960 ein Matrosen-Denkmal zur Erinnerung an den Aufstand der Seeleute auf dem Panzerkreuzer Potemkin, und seit 2007 wieder die Zarin.
Odessa war vor dem Krieg kosmopolitisch, weltoffen, multikulturell. Hier lebten in der glanzvollen Zeit die Ukrainer, Russen, Deutsche und Juden, Griechen und Franzosen, Engländer, Perser und Ägypter, bis der 2. Weltkrieg diesen Teil von Europa redikal veränderte. Nun erholt sich die Schwarzmeer-Metropole und ist eine Reise wert.

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Bilder von der einst prächtigen Stadt, die nun Jahr für Jahr durch die Hilfe der finanzstarken Industrienationen zu neuem Glanz erwacht, in deren ehrwürdigen Gebäuden so viele europäische Wurzeln stecken. Oberhalb der berühmten "Potemkin'schen Treppe) steht das Denkmal des Herzogs von Richelieu (1766-1822), dem französisch-russischen Staatsmann Armand du Plessis. Er war erfolgreich für die Zarin Katharina II. in den Krieg gezogen und nach wechselvoller Geschichte im Jahre 1803 Statthalter von Odessa geworden. Richelieu wird von der Bevölkerung Odessas auch "der Duke" genannt.

Die vom Architekten Fr. Boffo in den Jahren 1837-41 erbaute sog. "Potemkin'sche Treppe"  überwindet 30 Meter Höhenunterschied. Mit 192 Stufen auf 10 Absätzen verteilt erscheint die Treppe durch den perspektivischen Effekt lang und gewaltig. Während die unteren Stufen 21,60 m breit sind, messen die obersten Stufen nur12,50 m. Die Treppe erlangte Berühmtheit durch den Film von Sergej Eisenstein "Panzerkreuzer Potemkin" aus dem Jahre 1925, der an die Revolution von 1905 erinnert.

Hafen von Odessa am Schwarzen Meer
Mutter mit winkendem Kind auf der Hafenmole
Blick von der berühmten "Potemkin'schen" Treppe zum Hotel am Hafen
mit der gebührenfreien Zahnradbahn für die Fußmüden neben den 192 Stufen
der Potemkin'sche Treppe auf einer alten Postkarte
Richelieu-Denkmal auf dem Platz oberhalb der "Boulevard-Treppe"
mit den Attributen der Stadt: der Götterbote Hermes spendet Reichtum
und mit der Waage ist die Göttin "Eunomia" für Gesetz und Gesetzgebung dargestellt
Katharinenplatz auf alter Postkarte mit den gleichen Gebäuden
die jetzt wieder renoviert in altem Stil prächtig
den Platz umsäumen und Mode-Ateliers beherbergen
heute sind alle bekannten Namen in der Stadt vertreten
prächtig renoviertes Haus
Ukrainisches Spezialitäten-Restaurants "Kumanetz"
Begegnung mit dem Deutsch-Ukrainer Jürgen Sch.
Münz-WC vor der Oper mit Richelieu
Das Opernhaus ist weltweit eines der schönsten Bauwerke
erst 2007 fertig renoviert mit dem Auftritt bedeutender Künstler
umgeben von Parkanlagen und prachtvollen Gebäuden
erbaut nach den Plänen eines Wiener Architekten 1884-87
mit abendlicher Beleuchtung
ist die Schwarzmeer-Metropole einen Bummel wert
Die Innenausstattung ist überwältigend
und ein Genuß nach den jahrelangen Renovierungen
mit breiten Aufgängen zu den oberen Logen
herrlichen Dekorationen
bei denen 186 kg Blattgold
verarbeitet sein sollen
und Gemälden mit historischen Begebenheiten
mit strahlendem Kronleuchter in der Kuppel
und vergoldeten Logen- und Balkonrängen
Blick auf die Bühne
auf dem Programm standen während unseres Besuches
Rigoletto und Schwanensee

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Auf den Spuren der Deutschen Architekten in Odessa, biegen wir von der Deribasowskaja Flaniermeile der Stadt in die überdachte Passage ab, und bestaunen den Figurenreichtum. Die Architekten Ferdinand Fellner (1847-1916) und Hermann Helmer (1849-1919), die wegen ihrer Theaterbauten in ganz Europa bekannt sind, bauten in Odessa nicht nur das Opernhaus, sondern auch diese Gebäude der Einkaufspassage mit Restaurant, Café und Hotel. Die Deutsche Vergangenheit spiegelt sich auch in der Straße der Atlanten wider, im Hauptpostgebäude, in Kirchen oder im ehemaligen Café Liebmann

Passage
mit Glas überdacht
Innenfassade
Detail
Figuren
zwischen den Fensterns
Hotelfassade an der Straße
Ausschnitt
Figur
Figur
Haustor mit Atlanten in der Gogolstraße
Löwen
Atlant
Atlanten tragen das Gewicht der Welt am Haus der Familie Pfalzfein, die Ende des 19. Jh. als Geschäftsleute nach Odessa kamen
Post
Post
Wie in Riga gibt es herrschaftliche Häuser mit den Elementen des Jugendstils
aus der Zeit der Jahrhundertwende von 1900
mit dem Schahpalast, heute für repräsentative Anlässe genutzt
Andachtsraum der Evang. Kirche
Das deutsche Café Liebmann war in den Künstlerkreisen sehr beliebt. Hier trank man erlesenen Café und bekam frische Brötchen
St. Paul
Fassade am ehem. Liebmann-Café, wo es die neuesten Zeitungen in Deutsch, Französisch, Italienisch und Griechisch gab.
St. Paul

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Im Stadtzentrum steht die Russ.-Orth. Kathedrale, umgeben von einem großen Park, von dem sternförmig die Straßen zu den Geschäfts- und Wohnvierteln abzweigen. 

Im Stadtzentrum steht die russ.-orth. Kathedrale
wie auf der alten Postkarte mit dem Woronzow-Denkmal
umgeben von einem großen Park
und wird abends festlich beleuchtet
Mitten im Park steht Graf Michajl Woronzow
wohl der berühmteste Mann in Odessa
Feldmarschall Woronzow 1782-1856
außerhalb des Parks steht eines der größten Gebäude der Stadt
auf alter Postkarte
öffentliches Örtchen im Park
Im Park Schachspieler
und Souvenir-Verkäufer
natürlich auch die Puppe in der Puppe "Matrjoschka"
Orden vom "Vaterländischen Krieg" fehlen ebenso
wie die Blumenfrauen aus den Vororten von Odessa
Der Primorskij-Boulevard führt oberhalb des Hafens als die ruhigste Straße der Stadt
zum Woronzow-Palais, der in klassizistischem Stil vom Architekten Franz Karl Boffo erbaut wurde
mit der Säulenhalle und Blick auf die See
und zum Parlament neben dem Kunstmuseum
mit Denkmälern von russ. Generälen
des 1. und 2. Weltkrieges
und der Büste des berühmten Schriftsteller Puschkin, russ. Nationaldichter (1799-1837)
ebenso vor dem "Puschkin-Museum"
weiter südlich liegt die große orthodoxe Kirche des "Hl. Pantheleimon"
von griechischen Mönchen gegründetes Kloster und 1895 neu erbaut
nicht weit davon entfern die große Moschee mit islamischem Zentrum
und der Hauptbahhof mit täglichen Zügen nach Kiew
sowie die große Markthalle "Priwos" mit dem Marktfrau-Denkmal
und den vielen Abteilungen mit Restaurant und Café
vor allem die Fisch-Markthalle mit der Fangbeute vom Schwarzen Meer
den Schollen
und Garnelen
und luftgetrockneten Fischen
ein empfohlener Ort für das Auge und den Magen!

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Ein Spaziergang zum historischen "Apfelsinen-Denkmal".  Um das Jahr 1800 war das Ansehen von Odessa in der Gunst von Zar Paul I. so sehr gesunken, daß der Antrag auf ein Darlehen in Höhe von 250.000 Rubel für die Fertigstellung des Hafens unbeantwortet blieb. Die Odessiten griffen zu einer Notmaßnahme, indem sie aus Griechenland eine Sendung von 3000 Apfelsinen anforderten. Diese dann sorgfältig umgepackt brachte der Grieche Georgi Roksomati in erstaunlich kurzer Zeit nach St. Petersburg in den Palast des Zaren. Damals waren diese Früchte in der nördlichen Hauptstadt des Reiches eine Rarität. Zar Paul I. nahm die Gabe in großer Freude dankend an und gewährte Odessa kurz darauf das Geld für den Ausbau des Hafens.

Der Grieche Grigorij Marasli (1831-1907), ein bedeutender Mäzen von Odessa, veranlaßte den Bau von  Kirchen, dem Kunstmuseun, der Bibliothek, einem Krankenhaus und Tierheim. Er war in den Jahren 1878-95 Bürgermeister der Stadt, als Propst Herbord Bienemann im Amt der St. Paul-Kirche war und mit zur Gründung eines Krankenhauses, Waisenhauses und Schule beitrug. (siehe St. Paul-Kirche)

Das Apfelsinen-Denkmal oberhalb eines Parks mit Blick zum Hafen
erzählt die Geschichte des Griechen Roksomati
und seinem Transport der Früchte zum Zarenpalast in St. Petersburg
An den Griechen Marasli, Bürgermeister von Odessa, erinnern seit 2004 dieses Denkmal am Griechischen Platz
und ein modernes Kaufhaus am Griechischen Platz
mit schönen wiederaufgebauten Häusern
mit der Laokoon-Skulptur vor dem Hist. Museum
eine große moderne Mall mit Restaurants und Cafés
und Erinnerungen an Griechenland
Im Stadtgarten finden wir den Humoristen und Jazzsänger Leonid Utjosov
und den Bronzestuhl aus dem Schelmenroman "Die zwölf Stühle" von den Odessiten Ilja und Ewgenij Petrow

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Ein architektonisches Charakteristikum sind in Odessa die zahlreichen Innenhöfe mit den Zugängen, oft zu mehreren Hinterhöfen und sehr interessant während eines Stadtbummels zu entdecken.

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